Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Notfallübung: Schrott und Schminke
Es war eine Extremsituation, die Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienste vergangenen Samstag erprobten. Bei einer Massenkarambolage auf dem Nordring sind 16 Fahrzeuge ineinander verkeilt, ein Bus ist umgekippt. Doch woher bekommt man eigentlich so viele Schrottautos zum Üben?
Aus ganz Rheinland-Pfalz, klärt Polizist Thomas Bader auf, der gemeinsam mit dem kommissarischen Wehrleiter Frank Böhmer die monatelangen Vorbereitungen einer zwölfköpfigen Projektgruppe verantwortet hat. Der Bus der Firma Bohr sei sogar aus dem Hunsrück in die Pfalz überführt worden.
Unterstützung bekamen die Rettungskräfte von den Abschleppdiensten Kawelke (Bobenheim-Roxheim) und Gräske (Frankenthal). Deren Profis hätten am Freitagabend bei strömendem Regen mehr als drei Stunden lang das Unfallszenario möglichst realistisch aufgebaut – und am Samstag dafür gesorgt, dass das im Vorfeld von ihnen fachgerecht demolierte Blech wieder abtransportiert wird. Unter den rund 300 Leuten, die rund um den Nordring im Einsatz waren, gab es neben Polizeinachwuchs, der sich unter anderem als Unfallopfer zur Verfügung gestellt hatte, auch ein Schminkteam der Bundeswehr. Sanitätsreservisten, die wissen, wie man Verletzungen nachbildet. Zuschauer waren übrigens bei diesem Unfall ausdrücklich erwünscht: Etwa 50 Kolleginnen und Kollegen aus der Region, die sich hier Anregungen für eigene Probeszenarien holten, hatten Böhmer und Bader eingeladen. Sonja Weiher
Osterhase: Ohren und Eier
Wesentlich dauerhafter – und dekorativer – haben rund zwölf Kinder des offenen Treffs im Kindertreff EppFlo an der Isenachsporthalle in Flomersheim ihr Umfeld gestaltet. Auf dem Grünstreifen gegenüber waren bereits vor einiger Zeit Künstler mit der Kettensäge zugange. Die Bäume, die dort gefällt wurden, sind mit einer außergewöhnlich schrägen Schnittfläche versehen. Ob die Abteilung Holz-Art der Stadt oder ein Vorort-Banksy die Stümpfe danach zu Nikoläusen dekorierte, das ist nicht bekannt. Etwas grob ausgeführt, empfand die Leiterin des Kindertreffs, Anja Flak, die Arbeit: „Das waren Männer“ ist sie sich sicher und lacht. Die Leiterin des Kindertreffs und ihre Gruppe wollten nun dem toten Holz zu neuem Leben verhelfen. Große Ohren, Schnurrhaare, Eier wurden gebastelt und die Stümpfe damit verziert. „Wenn in diesen schweren Zeiten Passanten bei diesem Anblick schmunzeln, dann ist das doch schön“, sagt Flak. Der Kindertreff sei ja Teil der Vororte Flomersheim und Eppstein und habe sich so ins Ortsleben eingebracht. Positive Rückmeldungen zu der Aktion habe es bereits gegeben. Man darf gespannt sein, was aus den Baumstümpfen im Sommer wird. „Vielleicht bekommen sie Schwimmringe umgelegt. Wir denken uns was aus“, sagt Flak. Stefan Tresch