Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Kommunalpolitik: Leistung
Ein interessante Frage: Woran würden Sie die Leistung derjenigen messen, die sich als gewählte Vertreter ihrer Parteien im Stadtrat oder dessen Fachausschüssen kommunalpolitisch betätigen? Da wäre einmal die schlichte Anwesenheit. Die wird freilich erst dann zum Verdienst, wenn sie eine gewisser Frequenz und – vor allen Dingen – Dauer erreicht. Sitzfleisch haben die Damen und Herren des Hohen Hauses in Frankenthal. Die öffentliche Sitzung des Stadtrats am Mittwoch ging immerhin viereinhalb Stunden. Dann wären da Frequenz, Dauer und Qualität von Redebeiträgen. Bleiben wir fair – das ist immer ein wenig tagesformabhängig. Das Treffen diese Woche war insofern guter Durchschnitt.
Und dann wäre da noch die Anzahl der Anfragen und Anträge. Ein gewisser Fleiß der Fraktionen ist anzuerkennen: 200 waren es nach Darstellung von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU). Natürlich unterscheiden sie sich in Tiefgang und, na klar, Aufwand. Um der schieren Masse Herr zu werden und den jeweiligen Bearbeitungsstand im Blick zu behalten, soll die Verwaltung nun ein Ticketsystem bekommen. Damit nix mehr vergessen wird. Denn Geschichten, was unerledigt oder unbeantwortet geblieben sein soll, konnten rundrum am Mittwoch fast alle erzählen. Der Linke David Schwarzendahl meinte im Scherz, dass ihm wahrscheinlich noch Hebichs Vorgänger Theo Wieder Antworten schuldig sei.
Zum Spaßen waren in der Runde nicht alle aufgelegt. Auf den von SPD und Linken geäußerten Verdacht, das erwähnte Ticketverfahren könne die Dinge ohne Not verkomplizieren, ätzte Christdemokrat Baumann ungnädig in die Runde: Wer der Verwaltung Mehrarbeit ersparen wolle, der könne das tun – nämlich durch Verzicht beim Verfassen von Anträgen und Anfragen. Womit wir beim letzten, eher weichen Kriterium angekommen wären, mit dem sich die Leistung der Mandatsträger messen ließe: Unterhaltungswert. Bleiben wir fair. Das war ausbaufähig. Jörg Schmihing
Wasserschaden: Lichtblick
Auf den Schock vergangene Woche folgte nun die Begeisterung: Nach unserer Berichterstattung über den Wasserschaden, der ihre Praxisräume arg in Mitleidenschaft gezogen hat, erlebt Allgemeinärztin Bettina Zinser eine Flut an Anteilnahme und Hilfsangeboten. Ein Lichtblick für das Praxisteam in der Wormser Straße in diesen sowieso schon anstrengenden Zeiten. Sonja Weiher