Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Corona: Verwirrt
Neue Landesverordnung, neue Zahlen, andere Kennwerte: Man hat sich ja schon fast daran gewöhnt, dass es in der Pandemie immer wieder zu kürzeren (oder auch mal anhaltenden) Zuständen von Verwirrung kommt. Zum Beispiel, weil neue Regeln eingeführt werden, die zunächst keiner versteht. Was bei jenem Werk, das seit Sonntag Grundlage eines dreistufigen Warnsystems ist, zu durchaus skurrilen Diskussionen zwischen detailversessenen Kollegen führt. Ist jetzt die Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz des Versorgungsgebiets entscheidend oder der anfangs ebenfalls mitgelieferte lokale Wert? Warum erscheint in der Liste des Landesuntersuchungsamts nur die rheinland-pfalz-weite Prozentzahl der von Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten? Wo es doch die Frankenthaler Angabe dazu in der täglich aktualisierten Karte des Intensivregisters gibt ...
Es ist wie so oft: Das Ziel, die Dinge irgendwie nachvollziehbar und sinnvoll zu ordnen, macht sie noch komplizierter. Einstweilen ist es ja aber ganz erfreulich, dass Frankenthal und Umgebung in der niedrigsten der drei Warnstufen eingeordnet ist. Damit das so bleibt, hilft am Ende auch nicht Rechnen, sondern nur Impfen. Insofern ist auch die Schlange am Impfbus diese Woche Donnerstag eher ein gutes Zeichen. Kleine Erinnerung an alle, die angesichts von 2-G-plus langsam ins Grübeln kommen und Johnson & Johnson oder Biontech eine Chance geben wollen: Das Impfzentrum in der Albert-Sporthalle hat noch bis zum 30. September geöffnet.
Bike-Safe: Verpeilt
Keine Frage, das Konzept eines vollautomatischen Parkhauses für Fahrräder, in dem der Drahtesel sicher vor dem Zugriff böser Buben und gleichzeitig auch noch ästhetisch ansprechend untergebracht ist, hat was. Der Planungs- und Umweltausschuss freilich tat, was seine Aufgabe in solchen Fällen ist: Er prüft solche Vorschläge auf Praxistauglichkeit. Der passionierte Radler Gunther Koch stellte die entscheidende Frage: Wie lange dauert es, den Bock in den Fahrradautomaten zu bugsieren? Es komme ja schließlich schon mal vor, dass wenig Zeit bleibe, um den Zug zu erreichen. Da zähle gerade morgens, so die Erfahrung aus jüngeren Jahren, gewissermaßen jede Sekunde, erklärte der Sozialdemokrat verschmitzt.
Die Antwort lautet 15 Sekunden. Die können, wenn die S-Bahn schon am Gleis steht, aber ganz schön lange sein. Was den Oberbürgermeister zu einem pädagogischen Hinweis veranlasste. Martin Hebich hielt fest, wenn es auf 15 Sekunden ankomme, dann sei es wohl nötig, mal das Zeitmanagement insgesamt in den Blick zu nehmen. Ein Hinweis, der sich übrigens mühelos auch auf die Sitzungsdauer des Ausschusses übertragen ließe. Da wäre Zeit zum Parken von 1200 Fahrrädern gewesen.