Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Einen knallvollen Rathausplatz beim Strohhutfest: Das gab es zuletzt im Mai 2019.
Einen knallvollen Rathausplatz beim Strohhutfest: Das gab es zuletzt im Mai 2019.

Strohhutfest: Euphorisch

Wenn Sie das lesen, dann hätten Sie normalerweise schon drei Tage Strohhutfest hinter sich, wären vielleicht am ersten Abend im Zelt der TG und am zweiten Abend am Rathausplatz bei der DJK Eppstein gelandet oder in der Erkenbertruine bei den Mörscher Wasserhinkele. Sie hätten alle Bühnen mal abgeklappert und das Kinderstrohhutfest in der Schlossergasse besucht. Jeder hat da ja so sein eigenes Konzept, wie er die vier Tage „Fescht“ verbringt, und seine eigenen Laufwege und Lieblingsstände. Und tatsächlich ist es schon eine harte Prüfung für alle Beteiligten, Gastronomen und Schausteller inklusive, dass Frankenthal zum zweiten Mal in Folge auf seinen Innenstadtbelastungstest verzichten muss. Dass diese Großveranstaltung den Frankenthalern mehr ist als reine Druckbetankung zwischen den Toren, das spricht aus den vielen Beiträgen zur erneuten coronabedingten Absage, die in dieser Woche in sozialen Netzwerken aufgetaucht sind – beispielsweise in Form von Bildern aus den Jahren vor der Pandemie. Und auch wenn die Vorstellung, sich dicht an dicht mit Tausenden anderer Menschen über die Festmeile zu schieben, unter dem Eindruck von Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz noch etwas befremdlich wirkt: So langsam ist auch in Frankenthal ein bisschen Optimismus fühl- und spürbar. Äußeres Zeichen: die Rücknahme der Maskenpflicht am Mittwoch. Und im nächsten Jahr? Da sieht die Welt hoffentlich ganz anders aus. In diesem Sinne: frohes Fescht - wo auch immer ...

Polizei: Exotisch

Die Polizei hat, das bringt dieser Job mit sich, häufiger mit schrägen Vögeln zu tun. Und dabei geht es, auch das ist in diesem Beruf wohl so, ab und an äußerst exotisch zu. Diese Woche erlebte eine Streife der Frankenthaler Inspektion beides auf einmal: In der Mahlastraße meldeten Passanten, dass sie einen verletzten Papagei gesehen hätten. Vor Ort entpuppte sich das malade Federvieh als Halsbandsittich. Diese giftgrünen Gesellen stammen ursprünglich aus Afrika und Indien. Seit allerdings Ende der 60er-Jahre einzelne Exemplare aus dem Kölner Zoo entkamen, hat sich Psittacula krameri auch in Deutschland und hier vor allem im warmen Rhein-Neckar-Raum ausgebreitet. Mehr als 1600 Tiere soll es in der Region geben. Und einer dieser gar nicht mehr so exotischen Exoten hatte sich am Dienstag eine Blessur am Flügel zugezogen. Dass ihm dann keine Katze, sondern tierliebe Polizeibeamte begegnet sind, war das große Glück für den Papagei mit dem charakteristischen roten Schnabel. Die brachten ihn nämlich zur Behandlung in eine Tierklinik, wo er jetzt wieder aufgepäppelt wird. Halsbandsittiche sind – wie ihre Verbreitung in Europa und auch Nordamerika zeigt, ziemlich zähe Burschen. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um auch in Frankenthal zu überleben. Jörg Schmihing

Giftgrünes Gefieder: Die Polizei hat diese Woche einen verletzten Halsbandsittich gerettet.
Giftgrünes Gefieder: Die Polizei hat diese Woche einen verletzten Halsbandsittich gerettet.
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