Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Wo hängt’s? Da hängt’s! Rad in der Mörscher Straße.
Wo hängt’s? Da hängt’s! Rad in der Mörscher Straße.

Corona-Demos: Aushalten

„Die Demokratie hält euch aus.“ So stand’s sinngemäß auf einem Schild, das einige am Montagabend am Rande des Rathausplatzes den Leuten entgegenhielten, die sich dort zur x-ten Demo gegen die Corona-Einschränkungen versammelt hatten. Naja, und auszuhalten war da tatsächlich mal wieder so einiges: steile Thesen übers Grundgesetz und seinen Status, schräge Ansichten zum Thema Impfen. Und eine sehr ausführliche Geschichte. Die erzählte der nach seinen Angaben von Mitarbeitern des Kommunalen Vollzugsdienstes bei einer Corona-Kontrolle misshandelte Wirt der „Jägerstube“ den Anwesenden. Er sei sich vorgekommen wie George Floyd. Zur Erinnerung: Floyd ist jener Afroamerikaner, den ein Polizist vor einem knappen Jahr in den USA tötete, indem er neuneinhalb Minuten lang auf dem Hals seines Opfers kniete. Bis der Mann erstickt war. Dass dieser Vergleich unangemessen, ja unanständig ist, versteht sich von selbst. Und dass unsere Demokratie tatsächlich eine Menge aushält, das zeigt sich daran, dass eine von dem kecken Gastronom am Sonntag angemeldete Demo nicht untersagt wird.

Stadtrat: Ausharren

Infektionsschutz ist auf den hoffentlich letzten Metern der Pandemie nach wie vor das Gebot der Stunde. Die fast viereinhalbstündige Sitzung des Stadtrats am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt fand konsequenterweise in Form einer Videokonferenz statt. Viele loben ja die Effizienz dieser virtuellen Treffen, weil weniger Zeit aufs Persönliche und Emotionale verwendet wird. Im Frankenthaler Stadtrat allerdings menschelt es auch digital ganz gewaltig. Da beißt zwischendurch mal einer herzhaft ins Butterbrot. Bei ausgeschaltetem Mikro werden lästige Störenfriede aus dem Arbeitszimmer gescheucht. Und ganz am Anfang, da hüpfte plötzlich eine lustige Plüschmaus über den Bildschirm. Grünen-Fraktionssprecher Gerhard Bruder erlaubte sich das Späßchen und ließ den possierlichen Nager für einige Momente in die Kamera linsen. SPD-Routinier Dieter Schiffmann konterte mit einem gelb-grünen Löwen. Und CDU-Sprecherin Gabriele Bindert zauberte eine Prinzessin hervor. Sie habe noch eine Kasperlefigur im Angebot. Auf das dazugehörige Theater warteten die wenigen zugeschalteten Zuhörer dann allerdings vergeblich.

Fahrrad: Ausdenken

Es ist lange her, dass man die Chance hatte, aus der Kneipe zu kommen und vergessen zu haben, wo das Fahrrad steht, mit dem man ein paar Stunden vorher angereist war. In sehr seltenen Fällen musste die Lösung dieses Rätsels bis zum nächsten Morgen warten. Vollkommen offen ist allerdings, warum in der Mörscher Straße ein Damenrad dieser Tage an einem Verkehrsschild hing. Entweder hatten besonders dreiste Diebe versucht, das Schloss über das Verkehrszeichen zu streifen. Oder der Besitzer wollte mit der markanten Platzierung sichergehen, dass er den Drahtesel auch wirklich wiederfindet. Wonach auch immer. Jörg Schmihing

Mehr zum Thema
x