Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Bunte Mischung: die Besucher der Mahnwache auf dem Rathausplatz am Montagabend.
Bunte Mischung: die Besucher der Mahnwache auf dem Rathausplatz am Montagabend.

Coronavirus: Schräg

Manche Tage im Leben eines Lokalredakteurs verlaufen ähnlich dem Alltag von Tierhaltern beim Öffnen der Haustür. Ganz nach dem Motto: „Schauen wir doch mal, was uns die Katze heute wieder Schönes vor die Tür legt.“ Unter diese Kategorie fällt, was sich am Montagabend auf dem Rathausplatz abgespielt hat. Diese sogenannte Corona-Mahnwache – Mahnen meinetwegen, warum Wache? – war ein zumindest in Teilen verstörendes und irritierendes Erlebnis. Verstörend einerseits, weil es auch in Frankenthal nicht allzu häufig vorkommt, dass sich ein RHEINPFALZ-Fotograf bei der Ausübung seines Berufs bedrohen und anpöbeln lassen muss. Höchst irritierend aber noch aus einem anderen Grund: In nahezu allen Beiträgen betonten die Redner, dass das Schlimmste ja sei, nirgends und niemandem mehr die Meinung sagen zu dürfen. Während derjenigen oder demjenigen gerade um die hundert Menschen genau dabei zuhören dürfen. Am Samstag folgt direkt die nächste Runde mit der Demo, die ein Frankenthaler Wirt auf die Beine gestellt hat. Ganz abgesehen davon, dass die Gastronomie von den Corona-Einschränkungen mit am härtesten getroffen ist und somit allen Grund hat, auf ihre Nöte aufmerksam zu machen. An Möglichkeiten, seine Meinung sagen zu dürfen, scheint ja kein großer Mangel zu herrschen. Und sei sie noch so schräg, wie manches, das da am Montag zu hören war.

KSB: Schwierig

Schon in dem Moment, als Stephan Timmermann die Übersicht mit den Köpfen, die seit einem Dreivierteljahr die neu definierten Marktbereiche des Unternehmens führen, war klar: Diese Frage an den KSB-Chef musste kommen. Die in die Grafik integrierten neuen Porträts zeigten ausschließlich Männer. Und um Timmermann herum bei der digitalen Bilanzpressekonferenz: eine reine Herrenrunde. Ja, wo sind sie denn also, die Frauen? Der Nachholbedarf bei dem, was im Managersprech „Diversity“ genannt wird, ist auf Führungsebene bei KSB offensichtlich groß. Also, die Damen, ran an die Pumpen. Jörg Schmihing

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