Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Corona: Horrorshow
Als Kind hat e in Gang in den dunklen Keller ausgereicht, um sich ein bisschen zu gruseln. Als Jugendlicher musste es dann schon ein Horrorfilm sein für den gepflegten Nervenkitzel. Tja, und als halbwegs Erwachsener? Nun ja, da vertieft man sich in die Kommentarspalten der sozialen Netzwerke. Da geht es manchmal zu, das kann sich kein Thriller-Regisseur ausdenken. Ganz offensichtlich betrachtet sich der eine oder andere, der da seine Geistesblitze in die Smartphonetastatur rotzt, nach einem knappen Jahr Pandemie als eine Art Hobby-Virologen-Jurist, der den ganzen Blödmännern (und Blödfrauen) mal ganz genau erklärt, was es mit diesem Virus so auf sich hat.
In Kenntnis dieses Phänomens ist die im Haupt- und Finanzausschuss von der SPD vorgetragene Sorge, wie man denn möglichst alle Frankenthaler maximal verständlich über die aktuelle Corona-Lage in der Stadt informieren könne, irgendwie nachvollziehbar. Und ein bisschen rührend zugleich: Denn wenn es eins gibt, was die ganzen Trolls und Möchtegern-Schlauberger nicht wollen, dann ist es sauber recherchierte oder gar fundierte Information. Derlei Dinge würden ja nur das sorgsam zusammengegooglete Halbwissen durcheinanderbringen.
Und weil diese Typen inzwischen auch die für die Betreuung des Facebook- und Instragram-Kanals und Internetauftritts der Stadt zuständige Pressestelle auf Trab halten, fiel die Reaktion der Verwaltung auf die sozialdemokratische Bildungsoffensive – sagen wir mal – etwas kühl aus. Vorgeschlagen hatten die Genossen neben einer benutzerfreundlicheren Gestaltung der Webseite auch das Aufbereiten von Texten in einfacher Sprache – eine, wie Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) erklärte, ziemlich teure Angelegenheit. Deshalb hier und jetzt, völlig gratis, ein knapper Übersetzungsvorschlag für die Allgemeinverfügung der Stadt: Dehäääm bleiwe!