Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Hockey: Endlich wieder
„Was erlauben Corona?“ Das Virus und seine Folgen wären geradezu prädestiniert für eine Wutrede von Ex-Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni. Doch der Italiener hat gerade vermutlich anderes zu tun, und eine bedingungslose Liebe zum Krummstock ist bei dem Herrn aus Cusano Milanino auch nicht bekannt. Also muss es so gehen. Endlich wieder Hockey! 224 Tage (handgezählt am Redaktionskalender) wird es am Sonntag her sein, dass die Fans der TG in Frankenthal letztmals der Mannschaft von Trainer Timo Schmietenknop zujubeln durften. Am 26. Januar machte sie mit einem 15:1 gegen den Limburger HC den Aufstieg in die Erste Hallen-Bundesliga perfekt.
Seitdem ist ganz schön viel passiert. Die Welt ist quasi einmal auf Links gedreht worden. Mund-Nasen-Schutzmasken gehören mittlerweile genauso zum Erscheinungsbild wie ein Hosengürtel. Der Begriff Hygienekonzept geht einem mittlerweile so flüssig über die Lippen wie Halbspur oder Strafecke.
Und das soll bitteschön so bleiben. Auch die TG Frankenthal hat ein Hygienekonzept erstellt. An das müssen sich die Fans auf dem Jahnplatz halten, sonst kann es das auch ganz schnell wieder gewesen sein mit dem liebsten Sport der Frankenthaler. Nicht, dass Trapattoni am Ende noch sagen muss: „Was erlauben TG-Fans!“ Christian Treptow
Bäume: Endlich Wasser
Wer von Süden nach Frankenthal kommt, wird sich bereits vor einigen Wochen gefragt haben: Ja, ist denn jetzt schon Herbst? Die Bäume entlang der Mahlastraße beispielsweise hatten da schon jede Menge Laub abgeworfen. Die Hitze und die anhaltende Trockenheit machen den Stadtbäumen enorm zu schaffen. Die Sorge um die Schattenspender und Sauerstofflieferanten hat Gerhard Bruder, den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, derart umgetrieben, dass er bei der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses einen „flammenden Appell“ an die Frankenthaler richtete: Sie mögen doch hin und wieder den Bäumen vor ihrer Haustür ein wenig Wasser spenden. Patenschaften für einzelne Gehölze seien doch denkbar und vielleicht das Anbringen von Rohren im Boden, damit das lebensrettende Nass auch dahin gelangt, wo es hin soll, an die Wurzeln nämlich.
Die Antwort der Verwaltung auf dieses liebenswerte und lobenswerte Anliegen war in diesem Fall ein freundlich formuliertes „Ja, aber ...“. Bei großen Bäumen und ihrem gewaltigen „Durst“ sei ein privater Wasserspender wohl überfordert, dennoch sei jeder zusätzliche Liter willkommen. Die Stadt kümmert sich vor allem um die Jungbäume, die zum Teil auch mit Bewässerungssäcken am Stamm versehen seien. Das sei bei „erwachsenen“ Bäumen nicht möglich. Da werde sich wohl erst in drei bis vier Jahren zeigen, was die aktuelle Trockenperiode für Folgen hat.
So schön ein sonniger Spätsommer sein mag: Eine Woche ordentlicher Landregen wäre für die Natur ein Segen. Einstweilen schadet bestimmt die eine oder andere Gießkanne Wasser für den Freund am Straßenrand nichts. Jörg Schmihing