Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Frei nach Loriot: Früher war mehr Konfetti ...
Frei nach Loriot: Früher war mehr Konfetti ...

Fasnacht: Schwacher Geist

Um Gottes willen nicht falsch verstehen: Das Programm des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstagabend war natürlich unfassbar spannend, ein kommunalpolitischer Thriller gewissermaßen – zumal einige Tagesordnungspunkte ganz offensichtlich vor allem deshalb anberaumt wurden, um noch einmal detailreich und ausführlich die RHEINPFALZ-Berichtersta ttung der zurückliegenden Wochen aufzuarbeiten, zu korrigieren und zu ergänzen. Suchen Sie es sich aus! Wie auch immer: Selbst bei der spannendsten Sitzung mit den aufregendsten Debatten und den krassesten Neuigkeiten mit den tollsten Präsentationen schweift der Blick des interessierten Beobachters mal hierhin, mal dorthin. Und am Donnerstag blieb er an einer Bodenritze im Großen Saal des Congress-Forums (CFF) hängen.

Was er dort entdeckte, ließ ihn zuerst schmunzeln und weckte fast im selben Augenblick ein wenig Melancholie: Zwischen den schwarzen Bodenplatten steckte nämlich noch eine Erinnerung an die wohl vorerst letzten rauschenden Feste im CFF in Form von buntem Konfetti. Wahrscheinlich regnete es bei den Fasnachtsveranstaltungen im Februar von oben auf die feiernden Gäste, bevor dann das Coronavirus vielem, was ein bisschen Spaß verspricht, ein Ende setzte. Vielleicht haben die Papierschnipsel aber auch längst historischen Wert.

Das kleinteilige Wurfmaterial taugt aber noch zu einer anderen Interpretation: Es ist der willkommene Beweis für eine viel zu wenig beachtete Verwandtschaft zwischen Hausarbeit und dem Beruf des Journalisten. Für beide gilt: Wenn man’s irgendwo wirklich sauber haben möchte, muss man ab und zu auch mal in den dunklen Ecken fegen. Jörg Schmihing

Ehrungen: Schwaches Bild

Die Feierstunde zur Verleihung des Ehrenrings, der höchsten in Frankenthal vergebenen Auszeichnung, müsste eigentlich für alle im Stadtrat vertretenen Parteien ein Pflichttermin sein. Auch in Zeiten von Corona. Doch es waren nur Vertreter aus den eigenen Reihen und Familienangehörige, die Ingrid Hezel (FWG) und Tobias Busch (CDU) ihre Reverenz erwiesen. Wenigstens waren nahezu alle auf Abstand stehenden Stühle im Kunsthaus besetzt. Ganz anders das mehr als schwache Bild bei der Übergabe der Ehrenanstecknadel an die Gebrüder Bauer. Lediglich ein CDU-Ratsmitglied hielt die Stellung. Nicht einmal die Grünen, die Ralf Bauer im Januar im Haupt- und Finanzausschuss spontan für die Auszeichnung vorgeschlagen hatten, schickten einen Vertreter. Platz wäre in diesem Fall noch genug gewesen. Alois Ecker

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