Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
KREISVERKEHR: Tanz der Gräser
Die Ferien sind rum – und damit endet auch die Sitzungspause der kommunalpolitischen Gremien in Frankenthal. Am kommenden Donnerstag beispielsweise tritt der Planungs- und Umweltausschuss zu einer Sitzung zusammen, die – durchaus ungewöhnlich – mit einem nicht-öffentlichen Tagesordnungspunkt startet. An Punkt sechs des öffentlichen Programms bleibt der Blick des aufmerksamen Lesers hängen: „Umgestaltung Kreisverkehrsplatz Beindersheimer Straße – Steigerung der Biodiversität“. Das weckt spontan die Frage, was ein Kreisverkehr inklusive seiner schmalen Seitenstreifen in einem Industriegebiet zur Vielfalt von Flora und Fauna betragen kann und vor allem wie. Wer daran leise Zweifel hegt, dem sei mit einer alten Schorleweisheit geantwortet: Auf die Mischung kommt es an. Auf die der Pflanzensamen, genau genommen. Am Krankenhaus-Kreisel, den die Stadt als „gelungenes Beispiel“ für ein solches Projekt anführt, sorgt die Staudenmischung „Tanz der Gräser“ (sie heißt wirklich so!) für Blütenreichtum, vielfältige Strukturen und sie ist auch noch attraktiv für Insekten. Toll! Spannend wird die Reaktion des nach der Urlaubszeit hoffentlich tiefenentspannten Ausschusses sein, wenn er sich die allerallererste Kostenschätzung der Planer anschaut: 80.000 Euro plus Nebenkosten. Qualität hat eben ihren Preis.
JUBILÄUM: Fest der Freude
Was würde Ludwigshafen nur ohne Frankenthal machen? Gewiss, eine rhetorische Frage. Denn selbst beim Nachwuchs braucht die Nachbarstadt offenbar Nachhilfe. In der Geburtshilflichen Klinik des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhauses fand am Mittwochnachmittag die 1000. Geburt in diesem Jahr statt. Die Jubiläumsmutter – Nelli Friedel – stammt zwar aus der früheren Sowjetunion, lebt aber mit ihrer Familie schon lange in – na, klar – Frankenthal. Töchterchen Ellana Fee wog bei ihrer Geburt 3380 Gramm und ist 56 Zentimeter groß. Sie ist das 1027. in diesem Jahr im St. Marien geborene Baby, da in diesem Jahr bereits 25 Zwillingspaare und einmal Drillinge auf die Welt kamen. Nelli Friedel freut sich natürlich sehr über ihr drittes Kind, das sich Anfang des Jahres als „Überraschung“ angekündigt hatte. Auch ein Grund, warum die Familie den aus dem Hebräischen stammenden Namen gewählt hat, was so viel bedeutet wie „die Lichtbringende“. Da kann man nur sagen: herzlich willkommen. Jörg Schmihing