Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Leise Kritik
Mag sein, dass Landrat Clemens Körner in heimatlichen Gefilden im Süden des Rhein-Pfalz-Kreises viele Fans hat und dort alles wie geschmiert läuft. Im Norden ist man nicht so gut auf den CDU-Mann zu sprechen. Genauer gesagt auf ihn als Sinnbild einer Kreisverwaltung, von der sich Kommunen im Frankenthaler Umland öfter im Stich gelassen fühlen. In Lambsheim etwa warten Bürgermeister und Rat seit Jahren darauf, dass bauliche Verstöße in einem Kleingartengebiet geahndet werden. In einem ähnlichen Fall in Bobenheim-Roxheim klagte die Gemeindespitze kürzlich, dass man Antworten auf solche Fragen aus dem Kreishaus offenbar nur noch bekomme, wenn die RHEINPFALZ am Thema dran sei. Aktuell fühlen sich die beiden Kommunen damit überfordert, an überfüllten Badeseen den Infektionsschutz zu gewährleisten. Wegen des Lambsheimer Weihers hat die Verwaltung den Kreis diese Woche quasi zum Gespräch gezwungen. Im Bobenheim-Roxheimer Rat wird nächste Woche über die etwaige Sperrung des Silbersees gesprochen. Den Wunsch, jemand vom Kreis möge wegen rechtlicher Fragen dazukommen, hat der Landrat dem Bürgermeister abgeschlagen. Das hört sich gar nicht gut an. Waltraud Werdelis
Laute Töne
Die gemeinsame Sondersitzung von Stadtrat und Krankenhausausschuss am Mittwoch – sie war eine in vielerlei Hinsicht denkwürdige Veranstaltung. Das gilt für die mit fast fünfeinhalb Stunden durchaus als stattlich einzustufende Dauer des Spektakels. Und für die hohe Professorendichte bei den Vortragenden galt es natürlich auch. Kein Wunder: Auf der Tagesordnung stand die Aufarbeitung der in einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vor geraumer Zeit erhobenen Vorwürfe, auf der Intensivstation der Frankenthaler Stadtklinik würden Patienten aus wirtschaftlichen Motiven länger beatmet als notwendig. Das Fazit des Abends in aller Kürze: Diesen Vorwurf hält keiner der für teures Geld engagierten Fachleute, zu denen auch die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young gehören, für haltbar. Für die versammelte Schar der Mandatsträger war das natürlich ein hochwillkommener Anlass zu einer ordentlichen Runde Medienbashing: Was die nicht alles wieder schreiben für einen Unsinn, diese Journalisten! Und dann noch ausgerechnet so ein Qualitätsblatt. Was man in so einem Fall halt sagt. Mit dem Urteil zu den eigenen Leistungen bei der Kontrolle der Vorgänge in der Stadtklinik ist man übrigens nicht ganz so streng. Jörg Schmihing