Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochen-Kolumne
Recherche: Komisch
Haben Sie schon mal von Buugeng gehört? Nein? Vor drei Wochen bin ich bei Recherchen in einer Facebook-Gruppe zufällig auf einen jungen Mann gestoßen, der diesem Hobby nachgeht. Leuchtende Holzstäbe, Technomusik, krasse Jongliertricks und Feuer. Volltreffer. Doch der junge Mann war nicht leicht zu haben: Wochenlang habe ich ihn auf Facebook angeschrieben. Keine Antwort. Erst eine Freundschaftsanfrage hat ihn auf mich aufmerksam gemacht. Wir telefonieren, eine Stunde lang, Seite um Seite füllt sich auf meinem Block. Die Vorwahl der Telefonnummer sieht komisch aus, aber das kümmert mich nicht. Ist bestimmt vom Büro, Berufspendler, denke ich. Auch, dass er aus „Gerolsheim“ immer „Grolsheim“ macht, finde ich eher witzig als alarmierend. Schließlich ist er von weiter weg zugezogen. Das mit dem Pfälzer Dialekt kann ja nicht jeder auf Anhieb. Zum Schluss frage ich ihn, wann ich unseren Fotografen vorbeischicken soll. Er erklärt mir, auf welchem Parkplatz er sich treffen will. „Das ist in der Dammstraße in 5545...“ Moment. Nach kurzem Rumdaddeln auf dem iPhone wird klar: Der Mann wohnt in Grolsheim bei Bad Kreuznach. Nicht in Gerolsheim. Verdammt. Offenbar war ich wochenlang in der falschen „Gerolsheim“-Gruppe bei Facebook unterwegs. Anne Lenhardt
Ratssitzung: Kompliziert
Müsste man die Beziehung zwischen der Verwaltung und der Bürgerinitiative aus dem Pilgerpfad mit einem Wort beschreiben, dann wäre es dieses: kompliziert. Das war auch bei der Ratssitzung am Mittwoch spürbar. Die Stadt möchte nach der Corona-Zwangspause gerne einen breit angelegten Beteiligungsprozess für das Viertel im Frankenthaler Süden in Gang bekommen. Die BI wiederum möchte ihrem Standpunkt im dann möglicherweise breiteren Meinungsbild Gehör verschaffen. Insofern hielt sich die Begeisterung bei der Initiative über die zusätzlichen Kanäle, mit denen Informationen zu Wünschen und Ideen aus dem Kreis der Anwohner gesammelt werden sollen, schon in deutlichen Grenzen. Die Garantie dafür, dass es im Pilgerpfad zu einer guten Lösung für alle dort lebenden Bürger kommt, aber ist Vertrauen. Ganz nebenbei ist das ja nun auch die Voraussetzung für das Gelingen jeder Beziehung. Jörg Schmihing