Rück-Spiegel RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Frankenthaler Wochenkolumne

Konkurrenten ums Direktmandat im Landtagswahlkreis Frankenthal, aber keine verbissenen Gegner: SPD-Politiker Martin Haller (link
Konkurrenten ums Direktmandat im Landtagswahlkreis Frankenthal, aber keine verbissenen Gegner: SPD-Politiker Martin Haller (links) und CDU-Mann Christian Baldauf.

Landwirte: Geduldig

Landwirte gelten als streitbar, wenn es darum geht, Vorurteilen entgegenzutreten und ihre Berufsinteressen zu schützen. Aktuelle Stichworte: Düngemittelverordnung und Pestizideinsatz. Am Dienstag waren sie wieder in beeindruckender Anzahl zugegen, als in Lambsheim der bekannte Musterantrag behandelt wurde. Die Kommune soll auf ihren eigenen (verpachteten) Flächen glyphosatfrei werden. Die Angelegenheit wurde von der politischen Mehrheit sehr viel schneller beerdigt als kürzlich in Bobenheim-Roxheim. Das könnte daran gelegen haben, dass man sich der 22-Uhr-Marke näherte, ab der seit Neuestem eine Rats- oder Ausschusssitzung in Lambsheim abgebrochen werden muss. Die Landwirte, die seit 18.30 Uhr im Bürgersaal saßen, mussten so einiges über sich ergehen lassen, bis „ihr Thema“ aufgerufen wurde. Ein Kunst treibender Kinderpsychologe stellte zum Beispiel ausführlich seine modellierten Tierbabys für die Kita Lambiland vor, und eine Planerin erläuterte alle Einzelheiten eines bevorstehenden Straßenausbaus. Durchaus geduldig, aber dem Anschein nach etwas ermattet, harrten die Bauern aus, bis um exakt 21.58 Uhr der Beschluss in ihrem Sinn erging. Glück gehabt! Sonst müssten sie am Dienstag wiederkommen. Dann nämlich versucht der Umwelt- und Bauausschuss die acht Themen abzuarbeiten, die er in der Woche zuvor nicht bis 22 Uhr gepackt hat. Waltraud Werdelis

Landtagsabgeordnete: Gewitzt

In einem Jahr wählen die Rheinland-Pfälzer einen neuen Landtag. Dann geht es auch im Wahlkreis Frankenthal wieder darum, wer per Direktmandat ins Mainzer Parlament einzieht und wer den Umweg über die Liste nehmen muss – sofern derjenige dort auf einem aussichtsreichen Platz steht. Davon ist sowohl bei CDU-Mann Christian Baldauf auszugehen, der als Spitzenkandidat seiner Partei nach Höherem strebt, als auch bei SPD-Kandidat Martin Haller, der als Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion ein einflussreicher Mann ist. Tatsächlich bahnt sich bereits eine Art Vorwahlkampf an. Und das geht so: Die Herren kümmern sich – ist ja auch ihr Job – darum, was die Landesregierung so für Stadt und Umland tut. Manchmal wird das dann zu einem skurrilen Wettlauf. Anfang der Woche kam der Schwarze mit Neuigkeiten zum Radweg neben der L 524 um die Ecke. Wenige Stunden später hatte der Rote diese Information auch – da war die Meldung aber schon online und die Zeitung (fast) gedruckt. Am Freitag hatte Haller mit dem Krankenhaus die Nase vorn. Man darf davon ausgehen, dass es die beiden zumindest jetzt noch so nehmen, wie es am besten ist: sportlich. Jörg Schmihing

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