Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Protestantischer Diakonissenverein: Finanzieller Zuschuss rettet Ökumenische Sozialstation

Der Zuschuss an die Sozialstation riss ein Loch in die Kasse.
Der Zuschuss an die Sozialstation riss ein Loch in die Kasse.

Als mitgliederstärkster und mit eigenem Immobilienvermögen ausgestatteter Krankenpflegeverein in Frankenthal verfügt der Protestantische Diakonissenverein über Finanzkraft. So kann der Verein nicht nur die Kirchengemeinden in der Stadt bei ihrer Alten- und Familienarbeit unterstützen, sondern auch der Ökumenischen Sozialstation unter die Arme greifen.

Die Ökumenische Sozialstation war vorübergehend in eine finanzielle Schieflage geraten. Sie wurde im vergangenen Jahr mit 65.000 Euro bedacht. Dies geht aus dem in der jüngsten Mitgliederversammlung des Diakonissenvereins von Rechner Horst Roos vorgelegten Kassenbericht hervor. Neben dem vereinbarten Anteil an den Mitgliedsbeiträgen (rund 15.000 Euro) flossen somit zusätzlich 50.000 Euro in die Kasse der Sozialstation, die so die drohende Insolvenz abwenden konnte.

Im Gespräch mit der RHEINPFALZ wies die Vereinsvorsitzende Sieglinde Ganz-Walther darauf hin, dass erst im vergangenen Jahr die Mitgliedsbeiträge von 27 auf 40 Euro angehoben worden seien. Davon gehen 35 Euro an die Sozialstation. Einige Sorgen bereiten der ehemaligen Frankenthaler Dekanin die seit Jahren rückläufige Zahl der Mitglieder. Aktuell sind es 470, vor einem Jahr waren es noch 501, Ende 2021 sogar 547.

Das Finanzpolster des Vereins ist deutlich geschrumpft. Den Einnahmen von 69.139 Euro standen 2023 Ausgaben von 107.708 Euro gegenüber, sodass ein negatives Ergebnis von 38.596 Euro verkraftet werden musste. Das vereinseigene Diakonissenhaus in der Karolinenstraße, in dem die Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes untergebracht ist und zwei Wohnungen vom Zentrum für Arbeit und Bildung (ZAB) genutzt werden, erwirtschaftete Mieteinnahmen von 19.200 Euro. Auf der Habenseite konnten außerdem Mitgliedsbeiträge von 18.235 Euro und Spenden von rund 23.500 Euro verbucht werden.

Erfreuliches konnte Manuela Orlik, Geschäftsführerin der Ökumenischen Sozialstation, den 47 erschienenen Mitgliedern berichten. Die wirtschaftliche Lage der Einrichtung habe sich dank der Unterstützung des Diakonissenvereins inzwischen stabilisiert. Und ehemalige Mitglieder der Ökumenischen Sozialstation Lambsheim würden zum 1. Januar 2025 in Frankenthal aufgenommen.

Neuwahlen standen nicht an. Sieglinde Ganz-Walther, die den Diakonissenverein seit 2007 führt, ist noch bis 2027 gewählt. Dann hat sie die 70 überschritten und will sich aufs Altenteil zurückziehen.

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