Frankenthal
Powerkugeln statt Schokoriegel: Aktion „Gesundes Pausenbrot“
Ein fünf Meter langes Büfett haben die Ehrenamtlichen an diesem Vormittag für die Aktion „Gesundes Pausenbrot“ mit allerlei Leckereien bestückt. Erster Eindruck: alles ganz schön bunt hier. In Schüsseln warten Gurken- und Karottensticks sowie rote und gelbe Paprikastreifen auf Abnehmer. Es gibt Quark mit frischen Kräutern und Platten mit Brotscheiben, bestrichen mit Frischkäse und belegt mit Fitzelchen von Lauchzwiebeln, Schnittlauch und Radieschen. Einige Brote haben sogar ein Gesicht. Neben Pikantem und Deftigem gibt es auch süßen Früchtequark, Karottenkuchen vom Blech, Schüsseln mit buntem Obstsalat und Powerkugeln aus Datteln, Haferflocken, Haselnüssen und Kakao. „Die schmecken süß und sind ohne Schokolade und Zucker“, erklärt Landfrauen-Vorsitzende Bärbel Erhard.
Ziel sei es, die Schüler an eine gesunde und vollwertige Ernährung heranzuführen und zu zeigen, dass ein Pausenbrot mit frischen Zutaten weder umständlich und teuer, sondern lecker ist, erklärt Landfrau Renate Zimmermann. Sie und sieben weitere Mitstreiterinnen haben am Vortag alle Zutaten frisch besorgt und standen Mittwochmorgen zum Schnippeln, Rühren und Backen zwei Stunden lang in der Küche. Finanziert wurde die Aktion von der CDU Studernheim mit den Erlösen aus dem Gemüseverkauf bei der Studernheimer Kerwe 2019 und dem Tannenbaumsammeln 2020. Und auch der Förderverein der Grundschule unter Leitung von Peter Zimmermann hat die Veranstaltung unterstützt.
Obstsalat und Knabbergemüse kommen gut an
„Was da manchmal in der Brotbox schlummert, ist alles andere als gesund“, weiß Renate Zimmermann. „Es gibt Kinder, die bestehen auf ihrer Cola und ihrem Schokoriegel.“ Beim Projekt „Ernährungsführerschein“ soll den Grundschülern Basiswissen über gesunde Ernährung und den praktischen Umgang mit Lebensmitteln, Schneidetechniken und Hygienevorkehrungen vermittelt werden. Am Ende gibt es eine Prüfung.
Klassenweise und mit Tellern kommen die Kinder zum Büfett. Außer den Grundschülern sind das auch 16 „Schulkinder“ der benachbarten Kita, die nach den Ferien hier die erste Klassen besuchen werden. Die Kleineren sind schüchtern, schauen erstmal unentschlossen. Die Großen machen’s vor und greifen beherzt zu. „Wer möchte ein Brotgesicht?“, „hier gibt“s Quark mit frischen Himbeeren“, „mit Powerkugeln wirst du stark“: Mit aufmunternden Worten, Schöpfkelle und entschlossenen Gesten preisen die Landfrauen ihre Leckereien an. Obstsalat und Knabbergemüse sind der Renner. Die kunterbunten Brotgesichter dagegen bleiben lange unangetastet. Julius pickt sich ein Kuchenschnittchen mit Zahnstocher auf, und Sarahs Teller ist fast zu klein vor lauter Gemüse und Quark. „Ich komm noch mal für den Obstsalat“, versichert Paula und geht mit vollem Teller Richtung Klassensaal. Gegen 10 Uhr ist der erste Frühstückshunger gestillt, die erste Schüssel Obstsalat leer, das Kuchenblech geplündert und die Powerkugeln merklich dezimiert. Und die bunten Brotgesichter bekommen in der nächsten Pause eine zweite Chance.