Frankenthal
Polizei Frankenthal: Stadt und Region ein sicheres Pflaster
Frankenthal und sein Umland sind im vergangenen Jahr ein bisschen sicherer geworden. Verglichen mit 2017 ist die Anzahl polizeilich erfasster Straftaten um sieben Prozent auf rund 5440 gefallen. Gut drei Fünftel der Delikte haben die Beamten aufgeklärt. Besonders deutlich ist der Rückgang der Straßenkriminalität. Und trotzdem: Ein Dunkelfeld bleibt.
Wenn es um die Frage geht, wie sicher sich Bürger auf den Straßen und Plätzen ihrer Stadt oder Gemeinde fühlen, ist die Straßenkriminalität ein ganz wichtiges Kriterium. Gemessen daran, sind Frankenthal, Bobenheim-Roxheim sowie die Verbandsgemeinden Lambsheim-Heßheim und Maxdorf im vergangenen Jahr so sicher wie selten zuvor gewesen: Die Anzahl der dem genannten Deliktkreis zugeordneten Taten – Diebstahl, Raub, Körperverletzung, Sachbeschädigung – ist um fast ein Viertel auf rund 1100 gesunken. Eine Erklärung für dieses Phänomen kann Achim Schäfer, stellvertretender Leiter der Inspektion Frankenthal, nicht liefern: Stärkere Polizeipräsenz kann es nicht sein – der Personalstand der Dienststelle ist gegenüber den Vorjahren nicht signifikant gestiegen.
Dass die polizeiliche Kriminalitätsstatistik die Lage in der Stadt und ihrem Umland nicht vollständig abbildet, liegt nach Schäfers Darstellung „in der Natur der Sache“. Erfasst werden nur abgeschlossene Ermittlungsverfahren, keine laufenden Fälle. Entwicklung und Trends seien aber dennoch ganz gut abzulesen, sagt der Vize-Inspektionschef. Und natürlich gebe es einerseits ein gewisses Dunkelfeld an Delikten, die unentdeckt bleiben oder nicht angezeigt werden, und Straftaten, deren Anzahl dann größer wird, wenn auch der Kontrolldruck der Polizei steigt. Ein Beispiel für ein solches Feld: die Drogenkriminalität.
Mehr Fälle am „Tatort“ Internet
Dass Ermittlungs- und Präventionsarbeit natürlich nicht ohne Einfluss sind, zeigt neben der Aufklärungsquote von 62,2 Prozent (plus 1,8 Prozentpunkte) das Thema Wohnungseinbruch – zwischenzeitlich ein echtes Problem im Dienstgebiet der Frankenthaler Inspektion. Deren Anzahl sank noch einmal von 102 auf 80 Fälle (minus 21,6 Prozent), der niedrigste Stand seit 2012. Der Trend weise, berichtet Schäfer, seit 2015 kontinuierlich nach unten. „Daran sieht man, dass sich der nicht unerhebliche Aufwand, den wir hier treiben, auch lohnt“, so der frühere Kripobeamte.
Im Status des Sorgenkinds abgelöst worden sind die Wohnungseinbrüche von den Vermögens- und Fälschungsdelikten, die auf 1031 um drei Prozent leicht zugenommen haben. Hier habe das Internet als „Tatort“ und insbesondere die Handelsplattform Ebay mittlerweile großen Anteil. Warenbetrugsgeschichten – sei es durch Verkäufer, die angebotene Ware nicht liefern, oder sei es durch Käufer, die bestellte Artikel nicht bezahlten – machten hier das Gros der Fälle aus, beobachtet Schäfer. „Einerseits wird es den Tätern hier sehr leicht gemacht durch unzureichende Prüfung der Identität, andererseits sind die Kunden auch sehr unvorsichtig.“
„Kein Drogenproblem“
Bei einem anderen Ermittlungsgebiet ist Achim Schäfer die Feststellung ganz wichtig: „Frankenthal hat kein Drogenproblem.“ Vier Fünftel der 358 Rauschgiftfälle stehen im Zusammenhang mit Cannabis-Produkten – sogenannte „weiche Drogen“. Die Zahlen könnten hier von Jahr zu Jahr schwanken. Schon die Festnahme einer Person könne in der Szene präventiv Wirkung zeigen. Einen Effekt auf die Polizeiarbeit vor Ort wird es haben, wenn kleinere Betäubungsmittelsachen bald komplett bei den Inspektionen erledigt werden. Die Idee dahinter nach Darstellung von Fachmann Schäfer: eine Entlastung der Fachkommissariate in den Präsidien. „Die sollen sich um die Dealer kümmern“, sagt der stellvertretende Dienststellenleiter. Diese Veränderung gehe zwar zulasten seines Teams, die Kleindrogenkriminalität solle aber „praktisch gehandhabt“ werden, so Schäfer.
Schon jetzt werden knapp 83 Prozent aller polizeilich erfassten Straftaten von der Inspektion Frankenthal und der ihr angegliederten Wache Maxdorf abschließend bearbeitet. Ermittelt hat die Polizei 2652 Tatverdächtige – ein Fünftel von ihnen jünger als 21 Jahre, rund 80 von ihnen waren Kinder. Männer werden fast dreimal so häufig straffällig wie Frauen: Von den Tatverdächtigen waren 73 Prozent männlich. Fast 30 Prozent der Verdächtigen hatte keine deutsche Staatsangehörigkeit. Zum Vergleich: Der Ausländeranteil in der Stadt Frankenthal liegt bei rund 17 Prozent.
Weniger Diebstähle aus Autos
Ohne auffälligen Befund ist die räumliche Verteilung der begangenen Delikte im Dienstgebiet: Schwerpunkt ist erwartungsgemäß die Stadt Frankenthal mit 3800 Fällen (2017: 4090). Rückläufige Zahlen gibt es auch in Bobenheim-Roxheim (2018: 551, 2017: 561) sowie in den Verbandsgemeinden Maxdorf (2018: 583, 2017: 620) und Lambsheim-Heßheim (2018: 504, 2017: 581). Achim Schäfer hat allerdings auch noch ein Beispiel in seiner Auswertung parat, das zeigt, warum die Entwicklung der polizeilichen Kriminalitätsstatistik manchmal auch ganz schlicht vom Zufall abhängt: So hat sich die Anzahl von Diebstählen aus Autos mit fast 300 Fällen im Vorjahr auf 158 Anzeigen fast halbiert. Der wahrscheinliche Grund: Frankenthal und Umgebung war 2018 kein bevorzugtes Ziel professioneller Banden, die gezielt Jagd auf bestimmte Teile bestimmter Marken oder Modelle machen.