Frankenthal Politische Gewichte bleiben im Stadtrat fast unverändert
Nicht nur, dass die größeren Fraktionen ihre Ergebnisse aus 2009 fast wiederholten, auch die Wahlbeteiligung fiel mit 45,2 Prozent auf niederem Niveau (2009: 45,4) fast identisch aus. Mit dem CDU-Ergebnis und seinem persönlichen Ergebnis zeigte sich Spitzenkandidat sehr zufrieden. „Wir kommen ja von einem hohen Niveau und liegen gegenüber anderen Städten hervorragend“, sagte er. Anlass für eine Koalition sah er erneut keinen. „Wir werden unsere Mehrheit mit der OB-Stimme bei Sachthemen nicht ausnutzen, sondern weiterhin den Konsens suchen“, kündigte Baldauf an. Dass er mit 13.872 Personenstimmen über alle Listen hinweg einsam vorne lag, wertete er als Bestätigung seiner Arbeit. Nach einem Hauptthema für die kommenden fünf Jahre gefragt, nannte er die Schulsozialarbeit auf allen Ebenen. Den jungen Fraktionsmitgliedern würden „von uns alten Hasen Mentoren zur Seite gestellt, um ihnen Stärke zu verleihen, ihre Aufgabe zu erfüllen und in fünf Jahren eigenständig dastehen zu können“, sagte Baldauf. Mit der Linkspartei sehe er keine Schnittmenge. „Es kommt ganz darauf an, wie sie sich im Stadtrat verhalten“, beschrieb er den Umgang der CDU mit ihr. freute sich für die SPD, „dass wir keinen Sitz verloren haben. Wir hätten uns ein besseres Ergebnis gewünscht, man soll ja nie zufrieden sein“. Ihr Hauptthema in den nächsten fünf Jahren, „in denen wir für Frankenthal kämpfen werden“, sei die Bildung: „Wir müssen schauen, dass wir ab der Kita alle mitnehmen und gut ausbilden“. Zu einer möglichen Zusammenarbeit im Rat wollte sich Steeg noch nicht äußern: „Jetzt müssen wir erst einmal das Ergebnis sacken lassen.“ Die jüngeren Mitglieder in der SPD-Fraktion müssten nun in die Aufgaben reinwachsen: „Wir lassen niemanden im Regen stehen.“ Gelassen reagierte die Sozialdemokratin auf den Einzug der Linken. Sie kündigte einen „respektablen und fairen Umgang“ an, denn „das gehört sich so im Rat“. Ansonsten müsse man sehen, welche Themen die Linken anpackten. „Fünf Sitze sind okay“, meinte FWG-Listenführerin . Sie bedauerte, dass nicht noch mehr jüngere Kandidaten zum Zug kamen: „Wir hatten gehofft, dass es Tanja Mester schafft.“ Augenzwinkernd hob sie hervor, dass auch Rudi Sturm nun dabei sei: „Er ist erst 60 und damit ja auch jünger als wir. Ansonsten sind wir froh, dass Charis Sturm bei uns ist.“ Die FWG sei für jeden „zur Zusammenarbeit bereit, wenn man uns fragt und will“. Inhaltlich möchten die Freien Wähler weiterhin alle Ausgaben genau unter die Lupe nehmen. Bei den Linken „muss man mal abwarten, ich kenne Herrn Pender nicht“, so Hezel. freute sich, dass seine Grünen weiter drei Stadtratsmitglieder stellen. Das Hauptthema für ihn ist die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes samt eines übergreifenden Verkehrskonzeptes. Hier gehe es um die Schaffung eines „freundliches Entrees“ zur Stadt. „Wir schauen von Sache zu Sache“, lautet Bruders Motto beim Thema Zusammenarbeit im Stadtrat. Wichtig sei, dass es mit Anne Gauch eine neue Stadträtin gebe. Für ihn sei es seine letzte Amtszeit: „Mal sehen, ob ein Wechsel in der Periode Sinn macht. Auf jeden Fall führen wir junge Leute heran.“ Mit den Linken habe er „überhaupt kein Problem“, betont Bruder: Die seien von den Bürgern gewählt und nun Ratsmitglieder wie alle anderen auch. Für sind die 5,4 Prozent der Linkspartei ein sehr akzeptables Ergebnis. Mit zwei Sitzen starten zu können, sei ein guter Auftakt. „In Frankenthal gehören wir ja noch nicht zu den etablierten Parteien“, meinte er. Diejenigen, die das Gefühl hätten, dass bisher an ihnen vorbeiregiert worden sei, hätten die Linke gewählt. Sozialarbeit außer in Schulen auch bereits in Kindertagesstätten, „um die Jugend zu hegen und zu pflegen“, bezeichnete als zentrales Anliegen seiner Stadtratsarbeit. Im Rat wolle er sich mit seinem jüngeren Kollegen zuerst einmal positionieren. Wichtig sei eine gute Mischung von Jung und Alt. Schnittmengen sehe er noch am ehesten mit der SPD und den Grünen gegeben. „Wir schließen aber auch nicht aus, die CDU, wenn sie eine gute Idee hat, zu unterstützen. Wir sind keine Revoluzzer, sondern Realisten“, hob Pender hervor. Zumindest einen ihrer bisher drei Sitze konnte die FDP halten. Spitzenkandidat , der in innehaben wird, befand sich gestern Abend in Weimar und war über Handy nicht zu erreichen. 80 Zuhörer verfolgten im Rathaus die Bekanntgabe der Ergebnisse für den Stadtrat und die Vororte. OB Theo Wieder (CDU) nutzte als Wahlleiter die Gelegenheit, allen Wahlhelfern zu danken, was mit Applaus quittiert wurde. Das Wahlamt der Verwaltung habe seine Arbeit sehr gut gemacht und Regina Neufeld, bei der die organisatorischen Fäden zusammenliefen, habe „ihre Mammutaufgabe bravourös bewältigt“. .