Frankenthal Polit-Botschaften und Musik

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„Wir sind viele. Wir sind eins.“ Unter dieses Motto hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seine Maifeier gestellt. Am Montag, 1. Mai, geht sie mit verändertem Konzept auf dem Frankenthaler Rathausplatz über die Bühne. Letzte Weichen dafür wurden am Dienstagabend beim DGB-Treffen im IG-Metall-Haus gestellt.

Entgegen dem bisherigen Modus beginne die Feier erst am Nachmittag, erläuterte DGB-Stadtverbandsvorsitzender Rüdiger Stein. Damit hoffe man, mehr Besucher anzusprechen, auch Familien. Die eigentliche Kundgebung wird von zwei Musikblocks eingerahmt. Für den offiziellen Auftakt am Montag, 1. Mai, sorgt um 13 Uhr die Band Konzept Los Variabel. Ab 15.30 Uhr ist die Wormser Band Feier Department auf der Bühne, die „Party Rock querbeet“ im Programm hat. Hauptredner bei der Kundgebung ab 14.30 Uhr ist Christoph Ehlscheid, Bereichsleiter Sozialpolitik beim Bundesvorstand der IG Metall. Zur Lage in Frankenthal spricht Rüdiger Stein. Ein Grußwort kommt von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU). Dazwischen singen Uli Valnion und die Roten Raben Arbeiterlieder. Für Speisen und Getränke ist gesorgt; für Kinder wird eine Hüpfburg aufgebaut. Unterschiedlich ist die Stimmung in Frankenthaler Betrieben. Relativ optimistisch seien die Mitarbeiter bei Siemens, seitdem klar sei, dass die zum US-Konzern Colfax gehörende schottische Howden-Gruppe das Werk übernehmen wollte, berichtete Betriebsratsmitglied Reinhard Schweitzer. Nun warte man auf die Zustimmung des Kartellamts, mit der bis Oktober gerechnet werde. Kalt erwischt worden seien die 60 Sternjakob-Mitarbeiter von der Absichtserklärung der Steinmann-Gruppe, den Standort Frankenthal schließen zu wollen (wir berichteten), sagte Rüdiger Stein. Man sei weiter offen für Gespräche, kommentierte der Vorsitzende den Umstand, dass kein Betriebsratsvertreter der Einladung zum DGB-Treffen gefolgt war. Man hoffe, dass nun zumindest ein vernünftiger Sozialplan ausgehandelt werde, „aus dem die Leute was mitnehmen können“. Kritisch bewerteten mehrere Redner die Infoveranstaltung der Städte Frankenthal/Ludwigshafen zur Amazon-Ansiedlung. Fragen zur künftigen Verkehrsbelastung seien offen geblieben. An den öffentlichen Personennahverkehr müsse das Gewerbegebiet Am Römig unbedingt angebunden werden. „Fahr mal mit dem Fahrrad da hin“, warf David Schwarzendahl (Linke) ein. „Das ist lebensgefährlich!“ Zur Bundestagswahl will der DGB Direktkandidaten zu Einzelgesprächen einladen, um sie zu befragen und mit ihnen zu diskutieren.

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