Frankenthal
Pionier der Mainzer Studienstufe: Früherer AEG-Chef Hans Klockner gestorben
Im Alter von 86 Jahren ist Hans Klockner, der als langjähriger Leiter des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) wichtige Weichen gestellt und ein Stück Schulgeschichte geschrieben hat, am Sonntag verstorben. Nicht nur in seiner Heimatstadt Frankenthal, sondern auch auf Landesebene war er an der Umsetzung pädagogischer Konzepte maßgeblich beteiligt.
Am Naturwissenschaftlichen Gymnasium an der Jaegerstraße in Ludwigshafen machte der am 16. März 1933 geborene Hans Klockner Abitur und kehrte – nachdem er in Mainz Mathematik und Physik studiert hatte – in die Chemiestadt zurück. Er unterrichtete am dortigen Carl-Bosch-Gymnasium, das als eine von sieben Versuchsschulen für die Einführung der Mainzer Studienstufe (MSS) ausgewählt worden war. Als Mitglied der wissenschaftlichen Begleitkommission trug er dazu bei, die reformierte Oberstufe einzuführen. Er war der erste MSS-Leiter in Rheinland-Pfalz. Dem Kultusministerium half Klockner außerdem beim Entwickeln der neuen Abiturprüfungsordnungen.
In Ludwigshafen zwischenzeitlich zum Studiendirektor befördert, wechselte Hans Klockner nach Frankenthal und wurde am 1. März 1974 als AEG-Schulleiter eingeführt. 23 Jahre lang lenkte er die Geschicke der Schule und genoss wegen seiner menschlich-jovialen Art bei Kollegen, Eltern und Schülern gleichermaßen hohe Wertschätzung. Er galt auch als Organisationstalent. Seinem Credo, dass Schule nicht politisiert werden dürfe, ist er bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn treu geblieben.
Mit dem Elefant über den Schulhof
Der in der Sache oft gestrenge Oberstudiendirektor war dennoch für so manchen Scherz zu haben, der den Schulalltag auflockerte. So ritt Hans Klockner einmal auf einem Elefanten über den Schulhof und überreichte, weil er eine Wette einzulösen hatte, die Abiturzeugnisse im Knien. Zu seiner Verabschiedung am 22. Juli 1997 wurde er von seinen Schülern zu Hause abgeholt und in einer Kutsche ins AEG gefahren.
Auch im Ruhestand hat Klockner den Kontakt zu „seiner“ Schule nie abreißen lassen und mit Interesse die Bildungspolitik im Land verfolgt. Zahlreiche Reisen führten ihn mit seiner Frau nach Süditalien, wo Tochter, Schwiegersohn und zwei Enkel leben. In den letzten Jahren freilich war er gesundheitlich stark angeschlagen und in der Mobilität eingeschränkt.