FRANKENTHAL Pilgerpfad: Bürger können vor Ort Meinung sagen und Wünsche äußern
„Fit für die Zukunft“, so heißt es in der Pressemitteilung, möchte die Stadtverwaltung den Pilgerpfad machen. Mit Unterstützung der Bewohner sollen Stärken und Schwächen des Gebiets ermittelt und Wünsche der Menschen gesammelt werden, damit sie sich in ihrem Quartier wohlfühlen. Dass es nun zu einem breiten Beteiligungsprozess kommt, ist aber weniger auf eine Idee der Stadt zurückzuführen als auf den Widerstand von Bürgern gegen die ursprünglichen Pläne des Mannheimer Investors Pro Concept.
Premiere mit Hebich
Der hatte nach dem Kauf der zentralen Gewerbeimmobilie am Jakobsplatz im Planungs- und Umweltausschuss die Idee für einen neuen Supermarkt und ein darauf platziertes gut 20-stöckiges Hochhaus präsentiert und damit den Widerspruchsgeist im Pilgerpfad geweckt. Die Folgen: Eine Bürgerinitiative gründete sich, der Investor ruderte zurück, die Stadt lenkte ein. Und setzt nun auf Dialog statt Konfrontation: Das vom Ausschuss im November 2019 noch mit großer Mehrheit gestartete Verfahren für einen Bebauungsplan „Nördlich des Jakobsplatzes“ liegt seitdem auf Eis.
In Reaktion auf die Corona-Pandemie hat die Verwaltung „eine ganze Reihe analoger und digitaler Beteiligungsmöglichkeiten auf die Beine gestellt“, wie sie selbst betont. Zu diesem Konzept, das der Stadtrat im Mai einstimmig abgesegnet hat, gehören unter anderem drei Info-Termine auf dem Jakobsplatz: Der erste davon findet am kommenden Samstag, 18. Juli, ab 9 Uhr statt. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) wird der Pressemitteilung zufolge bei der Premiere dreieinhalb Stunden persönlich für Gespräche mit Bürgern zur Verfügung stehen. Zwei weitere Termine folgen im August und im September.
Treffen am Plantisch
Vertreter der Verwaltung werden gemeinsam mit Mitarbeitern des Büros Stadtberatung Sven Fries, das den Beteiligungsprozess begleitet und organisiert, an allen drei Terminen informieren und „ein offenes Ohr haben für Ideen und Wünsche“. Dafür wird auf dem Jakobsplatz ein 15 Quadratmeter großer sogenannter Plantisch aufgebaut, der den Pilgerpfad als Luftaufnahme zeigt. Weitere Ansprechpartner vor Ort seien Mitglieder der Bürgerinitiative und ein Vertreter des Projektentwicklers Pro Concept.
Weitere Möglichkeiten, an den Infoständen seinen persönlichen Standpunkt zur Zukunft des Viertels loszuwerden, sind am Dienstag, 18. August, 8 bis 11.30 Uhr, und am Freitag, 4. September, 13 bis 16.30 Uhr, vorgesehen. Parallel läuft bis Mitte September die Bürgerumfrage, die auf der Webseite www.frankenthal.de/pilgerpfad verlinkt und online bearbeitbar ist. Die Umfrage kann aber auch auf Papier ausgefüllt werden. Erhältlich ist sie in ausgedruckter Form im Eiscafé Rana, in der Pilgerpfad-Apotheke, im Ökumenischen Gemeindezentrum und bei Edeka Tompeck.