Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Philip Memmer erhält Stipendium der Stiftung Maximilianeum

Letztes Gastspiel für die RHEINPFALZ im Labor vom Karolinen-Gymnasium. Nun heißt es für Philip Memmer Koffer packen und umziehen
Letztes Gastspiel für die RHEINPFALZ im Labor vom Karolinen-Gymnasium. Nun heißt es für Philip Memmer Koffer packen und umziehen nach München.

Bester Abiturient und hochkarätiger Stipendiat: Philip Memmer ist der bislang dritte Absolvent vom Karolinen-Gymnasium, der von der Stiftung Maximilianeum gefördert wird.

Auf dem Schulhof toben die neuen Fünftklässler. Daneben wirkt Memmer mit seinen 1,90 Metern Körpergröße wie ein Junglehrer. Vor neun Jahren war er zwei Köpfe kleiner und betrat aufgeregt zum ersten Mal das Karolinen-Gymnasium. Seitdem ist viel passiert: Der schlaksige Teenager hat in seiner Zeit am Frankenthaler Gymnasium derart viele Erfolge eingeheimst, dass sie eine ganze Seite im Schulhefter einnehmen.

Nun folgt eine Auszeichnung aus der Hauptstadt Bayerns: Memmer wurde als einer von sechs Abiturienten aus dem diesjährigen Jahrgang von der Studienstiftung Maximilianeum ausgewählt. Eine Ehre, die vor ihm erst zwei Ehemaligen vom Karolinen-Gymnasium zuteil wurde. Und die laut der Stiftung mit „einem der prestigeträchtigsten Stipendien in Deutschland“ verbunden ist.

Einzug ins Maximilianeum

Die handverlesenen Stipendiaten aus einem Pool von rund 400 Bewerbern stammen aus Bayern, der linksrheinischen Pfalz sowie dem Saarpfalzkreis, was historische Gründe hat: Die Stiftung Maximilianeum wurde vom bayerischen König Maximilian II. 1852 gegründet – damals gehörten die Gebiete zu Bayern. Er wollte damit „talentvolle bayerische Jünglinge jeglichen Standes“ unterstützen.

Die Gleichberechtigung hielt übrigens recht spät Einzug in die private Einrichtung: Seit 1980 ermöglicht die angeschlossene Wittelsbacher Jubiläumsstiftung auch begabten jungen Frauen dieses Stipendium. Es beinhaltet freie Kost und Logis im prunkvollen Gebäude, das der König extra für die Zöglinge der Studienstiftung erbauen ließ. Und welches er nach seinem Namen „Maximilianeum“ taufte. Seit 1949 residiert dort auch der Bayerische Landtag.

Mehr aus Frankenthal

Ein Herz für Frankenthal: Neue Installationen auf dem Rathausplatz und am Speyerer Tor.
Baustelle Hauptbahnhof: Bis Jahresende wird in Frankenthal noch gearbeitet.
Frankenthal entwickelt Klimakonzept: Wie Bürger ihre Ideen einbringen können.

Mehrstufiges Bewerbungsverfahren

Memmer führt uns in den Raum 209 des Karolinen-Gymnasiums. Das naturwissenschaftliche Labor war zuweilen sein zweites Zuhause. Der Sohn promovierter Chemiker bekam als Kind daheim in Heuchelheim zum Geburtstag Mikroskope und Baukästen zum Züchten von Kristallen – ein Hobby, das den naturwissenschaftlich begeisterten Schüler auch im Unterricht faszinierte.

Im benachbarten Klassensaal hat Susanne Fleischer gerade ihre Physikstunde beendet. Sie beglückwünscht ihren ehemaligen Schützling. Vorgeschlagen für das Stipendium wurde er von ihr. Doch die Hauptarbeit musste Philip selbst leisten: In einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren gab es unter anderem eine fachliche Prüfung in insgesamt sechs Fächern. „Die fühlte sich so an wie das mündliche Abitur“, erinnert sich Memmer.

Gold im Landeswettbewerb Mathematik

Fleischer erinnert sich, weshalb sie ihren Schüler als Kandidaten vorschlug: „Selten gibt es in einem Jahrgang einen Schüler, der so gute Leistungen hat – Philip hat im Frühling das Abitur mit der höchsten Punktzahl erreicht. Bei ihm konnte man sich keine Fehler erlauben, er hat sie gleich bemerkt.“

Denkt Fleischer an Wettbewerbe, fällt ihr Memmers Goldmedaille im Landeswettbewerb Mathematik Rheinland-Pfalz vor drei Jahren ein. Oder seine Teilnahme an „Jugend forscht“: In der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften kam er 2023 im Regionalwettbewerb auf den ersten und im Landeswettbewerb auf den zweiten Platz.

Engagement neben der Schule

Ebenso wichtig sei für die Stiftung, dass die Bewerber sich engagieren, da dort keine Schmalspur-Talente gefördert werden: „Philip war etwa in der Technik-AG, im Schulchor und in der Hausaufgabenbetreuung aktiv.“

Seit sechs Monaten hat Memmer sein Abitur in der Tasche. Er erzählt, dass er die Zeit für Reisen mit der Familie genutzt hat – er war unterwegs in Ägypten, Norwegen, Italien und Ungarn. Dazwischen zwei Praktika an den physikalischen Fakultäten der Unis von Mainz und Kaiserslautern.

„Ich wollte mir zu 100 Prozent sicher sein, dass Physik wirklich mein Studienfach ist“, erklärt er und blickt sich um im Labor von Raum 209. Vergleicht er die Instrumente mit denen in Mainz und Kaiserslautern, ist die Ausstattung nicht viel anders. „Doch dort gibt es viel mehr Messinstrumente.“

Nicht auf Lorbeeren ausruhen

Demnächst packt er seine Koffer und zieht ein ins Maximilianeum, in dem schon der Physiker Werner Heisenberg gewohnt hat, der Begründer der Quantenmechanik. Angst hat er keine vor dem Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München, „aber Respekt schon. Man darf nicht reingehen und denken, dass man sich auf den Schulnoten ausruhen kann. Da fängt alles von vorn an, aber auf einem höheren Niveau.“

x