Tischtennis
Peter Gast von den TTF Frankenthal bringt Schichtarbeit und Sport unter einen Hut
Wer Schicht arbeitet, hat es nicht einfach, wenn er parallel Sport treibt. Beim Tischtennissport wird dann auch mal eilig vereinbart, ob die Einzelspiele des jeweiligen Akteurs nicht vorgezogen werden können, damit dieser noch rechtzeitig zur Nachtschicht kommt.
Termine sind indes schwer zu koordinieren. Auch der 51-jährige Peter Gast, der als Chemikant (Messwartenfahrer) bei der BASF in Ludwigshafen arbeitet, hat da immer wieder seine Probleme.
Gast ist ein durchaus erfolgreicher Tischtennisspieler, der schon einige Erfolge aufzuweisen hat. Zweimal wurde er Pfalzmeister mit der Mannschaft in Schülerzeiten. Er gewann auch die Bezirkseinzelmeisterschaft sowohl bei den Herren als auch im Nachwuchsbereich. 2019 wurde er nochmals Bezirksmeister bei den Senioren 50.
Karrierestart 1980 in Otterstadt
1980, im zarten Alter von zehn Jahren, trat er zum ersten Mal an eine Tischtennisplatte. Bereits als 14-Jähriger spielte er beim TTV Otterstadt bei den Herren und stieg mit der Mannschaft von der Bezirksklasse bis in die Erste Pfalzliga auf.
Doch als Berufstätiger grätscht ihm bisweilen die Schichtarbeit dazwischen. Verschiedenste Schichtmodelle gibt es neben dem üblichen Drei-Schichtbetrieb, bestehend aus Früh-, Mittag- und Nachtschicht. Gast, der im Ludwigshafener Stadtteil Pfingstweide wohnt, arbeitet in einem vollkontinuierlichen Vier-Schichtbetrieb. Das bedeutet: Um ein Unternehmen rund um die Uhr zu betreiben, muss also in einer Vier-Schichtrotation gearbeitet werden. Die Zahl vier gibt dabei an, in wie viele Schichtgruppen die Arbeitnehmer aufgeteilt werden.
Eine Vier-Schichtrotation bedeutet also nicht, dass ein Unternehmen täglich vier Schichten zu vergeben hat. Stattdessen werden die Mitarbeiter ihrer Schichtgruppe gemäß über die Woche auf die verschiedenen Arbeitstage mit ihren Schichten verteilt. Jede Gruppe hat dabei ihren eigenen Zeitplan.
Eine Schicht dauert regelmäßig zwölf Stunden
Bei Gast dauert eine Schicht regelmäßig zwölf Stunden. Da die Arbeitstage abhängig von der Schichtgruppe sind, kann das auch mal bedeuteten, dass Spiel- und Arbeitstag aufeinanderfallen.
„Tischtennissport kollidiert stark mit der Schichtarbeit. Wenn am Samstag Tagschicht ist, versuche ich, eine Stunde früher zu gehen, um zum Spiel zu kommen“, erzählt Peter Gast. Meistens klappe das. Es komme eben drauf an, ob Freitag um 20 Uhr, Samstag um 19 Uhr, oder Sonntag um 10 Uhr gespielt werde, erklärt Gast.
Größtes Problem: die Nachtschicht
Das größte Problem ist wohl die Nachtschicht. Diese geht oft auch auf die Konzentrationsfähigkeit. „Nach der Nachtschicht versuche ich, nur zu spielen, wenn es nicht anders geht“, sagt Gast, der 2014 zu den TTF Frankenthal wechselte. „Bei manchen Spielen nach der Tag- oder der Nachtschicht lässt zum Ende der Spiele die Konzentration schon nach“, bestätigt Gast. Es könne schon passieren, dass er deswegen auch mal ein Match verliere.
Tagesform und Motivation seien nach einer stressigen Schicht weitere Faktoren, die entscheidend seien, meint der 51-Jährige. „Die Vorgesetzten sind sehr entgegenkommend. Früher, in meinen jungen Jahren, bin ich schon direkt nach der Schicht 60 Kilometer zum Spiel nach Pirmasens gefahren. Das mach’ ich aber nicht mehr“, erzählt Gast.
Dennoch ist es für Gast, der auch schon für den 1. TTC Frankenthal an der Platte stand, eine Herausforderung, Sport und Hobby miteinander zu verbinden. Etwa neun oder zehn Spiele verpasse er regelmäßig pro Saison wegen der Schichtarbeit, berichtet er. „Die dritte Halbzeit geht auch manchmal flöten, wenn ich am nächsten Tag früh arbeiten muss. Da kann es sein, dass ich nur vier Stunden Schlaf habe“, erzählt Gast. Aber was nimmt man nicht alles auf sich, um Sport und Beruf zu vereinbaren.