Frankenthal Opfer der Personalnot

Placeholder-Image

«FRANKENTHAL.» Wer in diesen Tagen auf die Tabelle und Spielpläne der Frauenfußball-Bezirksliga Vorderpfalz Nord 11er schaut, sucht vergeblich nach dem Team der VT Frankenthal. Wie Trainerin Monika Ernemann auf Nachfrage informierte, wurde die Mannschaft wegen Spielerinnenmangels abgemeldet. Die Verletztenliste wurde zu lang.

Nachdem sich Torjägerin Valerie Wieber vor gut einem Monat einen Bänderriss und Sabrina Graber einen Trümmerbruch an der Schulter zugezogen hatten, ging im ohnehin schon arg dezimierten Kader der VT-Damen nichts mehr. Vor der nächsten Partie standen laut Ernemann nur noch acht Spielerinnen zur Verfügung. Die Begegnung musste ausfallen. Es sollte nicht die letzte sein. Als sich in den folgenden Wochen an der chronischen Personalnot nichts änderte, habe man die Notbremse gezogen, berichtet Monika Ernemann. Nach einer Mannschaftssitzung und Gesprächen mit dem Verein habe man beschlossen, das Damenteam kurz vor dem Ende der Vorrunde aus dem Spielbetrieb zu nehmen. „Wir können ja nicht jede Woche ein Spiel verlegen oder ganz absagen“, erklärt die Übungsleiterin und betont: „Es ist ja nicht so, dass wir nicht wollen – uns fehlen im Moment schlicht die Spielerinnen.“ Die Personaldecke sei diese Saison von Anfang an dünn gewesen. Einige Spielerinnen hätten nach dem Sommer ein Studium begonnen und standen fortan nicht mehr regelmäßig zur Verfügung. Darunter Stammkräfte wie Vanessa Honisch, die in der vergangenen Saison die meisten Tore in der Bezirksliga erzielt hatte. Andere arbeiteten im Schichtdienst und seien deshalb nicht immer dabei gewesen, erläutert Ernemann. „Wir hatten von Anfang an keine eingespielte Mannschaft auf dem Platz“, lamentiert die Übungsleiterin. Dann habe auch noch das Verletzungspech zugeschlagen und die Mannschaft seither nicht mehr losgelassen. Gleich am Anfang erwischte es Leistungsträgerinnen wie Abwehrchefin Christine Panek (Kreuzbandriss) und Lena Csajagi-Bertok, die ebenfalls mehrere Monate lang ausfiel. Weitere Spielerinnen folgten. „Es wurden von Woche zu Woche mehr. Entweder fehlte die Abwehrreihe oder das Mittelfeld.“ Nachwuchskräfte konnten die entstandenen Lücken nicht adäquat füllen. „Eine solche Saison habe ich noch nicht erlebt“, betont Monika Ernemann. Entwarnung gibt die VT-Trainerin immerhin, was die Zukunft des Teams anbelangt. Die Abmeldung vom Spielbetrieb soll nur eine vorläufige sein. „Die Mannschaft bleibt zusammen, ich stehe mit allen in Kontakt. Die Spielerinnen, die noch fit sind, trainieren auch weiter.“ Nach der Winterpause müsse man schauen, wie es um den Kader bestellt sei. „Wir würden in der Rückrunde gerne wieder in den Spielbetrieb einsteigen, dann außer Konkurrenz“, sagt Ernemann. Außerdem will sie zusätzlich noch Gespräche mit dem Verband und der Staffelleitung führen. Gefreut hat sich Monika Ernemann über den Zuspruch der anderen Bezirksligateams. „Da sind viele auf uns zugekommen und haben uns Trost gespendet. Das macht Mut“, berichtet die Trainerin.

x