Frankenthal Objekt des Monats: Stereoskop erlaubt Blick in die Vergangenheit
Bei dem sogenannten Stereoskop handelt es sich laut Stadtverwaltung um eine vergleichsweise einfache Konstruktion zum Betrachten von Stereobildern auf Glas oder Papier. Ein ausklappbares Untergestell verbindet den Lupenträger und seine zwei Linsen mit dem Bildträger. „Legt man die speziell angefertigte, leicht versetzte, Doppelaufnahme ein, entsteht der Eindruck dreidimensionaler Bildtiefe“, erklären die Fachleute des Museums die Funktionsweise.
Zum Stereoskop gehört eine 30-teilige Bilderserie mit Motiven des ehemaligen Frankenthaler Brauhauses, die auf der Internetseite des Erkenbert-Museums – www.frankenthal.de/erkenbert-museum – als Bildergalerie abrufbar sind. Die Serie beinhaltet Betriebsaufnahmen im Bildformat 9:12. Die Stadt nimmt an, dass sie in einem Zuge angefertigt wurden.
Herstellungsprozess dokumentiert
„Mit heutigen Werbemaßnahmen ist die gestalterische Auslegung jedoch kaum vergleichbar“, heißt es in der Pressemitteilung. Stattdessen seien unkommentierte Innen- und Außenansichten festgehalten, die den Gebäudekomplex mit seiner Technik, die einzelnen Etappen des Brauprozesses, die Abfüllung in Holzfässern und Flaschen und den Transport des Biers auf Pferdegespannen und Lastwagen zeigen.
In die Sammlung des Erkenbert-Museums gelangten die wohl als Werbeprodukt gedachten Gegenstände über eine Schenkung des 3F-Museums Deidesheim. Vermutlich seien sie vom Brauhaus bei dem auf Stereoskop-Reklame spezialisierten Hersteller Hugo Kett um 1930 in Auftrag gegeben worden. Das Stereoskop und der Bildersatz seien ein „einzigartiges historisches Dokument“, das ein Schlaglicht auf die lokale Industriegeschichte der späten 1920er- und 1930er-Jahre werfe.
Termin
Am Mittwoch, 3. Mai, 16 Uhr, stellt das Museumsteam im Gespräch das Objekt des Monats vor und lädt Gäste zum Mitreden ein. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.