Handball
Oberliga: HSG Eckbachtal unterliegt Offenbach 27:39
Der Ärger von Thorsten Koch war nach der deutlichen Pleite gegen die Offenbacher groß. Mit einer solchen Leistung wollten er und seine Mannschaft sich nicht in die Weihnachtspause verabschieden. Doch im zehnten Saisonspiel lief bei den Gastgebern wenig zusammen. Dabei gestalteten die „Gekkos“ die Partie anfangs noch ausgeglichen. Eigentlich sogar mehr als das. Zu Beginn der Begegnung führte die HSG kurzzeitig 5:2. Mit den ersten Minuten war Koch auch zufrieden. „Wir haben vom Prinzip her das gemacht, was wir vorher besprochen hatten“, berichtete der Coach. Nur mit dem Tore werfen klappte es dann plötzlich nicht mehr so richtig.
„Die erste Halbzeit war auf Augenhöhe – mit dem Unterschied, dass wir nach 15 Minuten angefangen haben, uns mit dem gegnerischen Torhüter zu duellieren“, sagte Koch. Zahlreiche Großchancen der „Gekkos“ vereitelte TV-Keeper Florian Pfaffmann gekonnt. Mit seinen Paraden sorgte er dafür, dass Offenbach nicht nur in Führung gehen konnte, sondern dass diese auch wuchs. Koch zollte dem gegnerischen Schlussmann Respekt: „Pfaffmann hat uns den Wind aus den Segeln genommen.“
Rückkehr als Gast
Doch der Torhüter alleine war es nicht, der die Gäste auf die Siegerstraße brachte. Ein alter Bekannter der „Gekkos“ zeigte deutlich, was er kann. Die Rede ist von Offenbachs Linksaußen Maximilian Staats. Der Referendar spielte erstmals als Gast in der Dirmsteiner Sporthalle. „Ich habe mich sehr auf das Spiel gefreut“, erzählte Staats. Die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte habe sich angefühlt wie nach Hause zu kommen. Mit sechs Treffern versüßte er sich selbst und seinem Team den Abend. Und das, obwohl Staats und seine Mitspieler ohne das gewohnte Haftmittel Harz auskommen mussten. „Ich hätte nicht gedacht, dass es doch einen so großen Unterschied macht“, gab der ehemalige Eckbachtaler zu. Im Training vor der Partie, das bereits ohne Harz stattfand, habe er noch große Probleme gehabt. In der Partie selbst war davon bei ihm nichts mehr zu merken. Auch deswegen dürfte Staats mit seiner Leistung durchaus zufrieden gewesen sein.
Einen Wermutstropfen gab es aber doch für den ehemaligen Eckbachtaler: Seine Eltern konnten bei der Partie nicht dabei sein. Sein Vater befinde sich derzeit in Quarantäne und seine Mutter habe arbeiten müssen, berichtete Staats. Dafür habe er die alten Bekannten aus seiner Eckbachtaler Zeit wieder getroffen. „Ich habe mich sehr gefreut, die ganzen Gesichter wiederzusehen. Mannschaftsbetreuerin Ursel Diehl, die Trainer, alle Spieler“, sagte Staats.
Für ihn geht es in dieser Saison um den Aufstieg. Einen wie Maximilian Staats könnte die HSG Eckbachtal gut gebrauchen, kämpft sie in dieser Saison doch um den Verbleib in der Handball-Oberliga.
Wichtige Spieler fehlen
Mit einer Leistung wie der am vergangenen Sonntag dürfte es allerdings schwierig werden, die Klasse zu halten. Besonders die zweiten 30 Minuten haben Thorsten Koch überhaupt nicht gefallen. „Die zweite Halbzeit war aus meiner Sicht eine riesige Enttäuschung. Ich habe da bei meinem Team kein Aufbäumen gesehen“, haderte der HSG-Coach. „Wir haben die Partie dann eher auslaufen lassen.“ Koch hätte sich ein knapperes Ergebnis gewünscht.
Nun geht die HSG mit einer klaren Niederlage gegen ein Spitzenteam in die kurze Weihnachtspause. Mit 6:14 Punkten stehen die Eckbachtaler derzeit auf dem 13. Tabellenplatz. Die Unterbrechung können die Eckbachtaler gut gebrauchen. Nach wie vor fehlen aufseiten der Eckbachtaler wichtige Spieler wie Fabian Quandt oder Carsten Wenzel. „Auch Nisse Nehrdich vermissen wir schmerzlich. Der wird aber im neuen Jahr wieder durchstarten“, ist Koch überzeugt. Die genannten Spieler seien nicht nur für die Ligaspiele wichtig. Auch der Konkurrenzkampf im Training komme derzeit etwas zu kurz.
So spielten sie
HSG Eckbachtal: Häuselmann, Hahn (ab der 35. Minute) - Jochen Schloß (4/1), Pozywio (2), Schreiber (6) - Kassel (1), Kluzik (4) - Ebel (3), Betz (5/3), Lerzer (6), Pabst (1), Zalik, Philipp Schloß
TV Offenbach: Pfaffmann (2), Schwarzweller (ab der 53. Minute) - Niklas Klein (2/1), Lukas Klein (7/3), Sebastian Mohra (6) - Metz (2), Staats (6) - Graap (5/1), Bader, Gläßgen (3), Fuchs (1), Kästel (4), Philipp Mohra (1)
Spielfilm: 6:7 (13.), 12:18 (Halbzeit), 18:30 (46.), 27:39 (Endstand) - Zeitstrafen: 3/1 - Siebenmeter: 4/5 - 4/6 - Beste Spieler: Schreiber, Schloß - Pfaffmann, Staats, Lukas Klein - Zuschauer: 80 - Schiedsrichter: Antosch, Stadelmeier (beide Mainz).