Frankenthal Neuer Ärger am Haltepunkt Süd

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„DB-Gelände. Fahrräder abstellen verboten!“ Solche recht provisorisch wirkenden Papierschilder, in Kunststoff eingeschweißt, hingen mehrere Tage lang am Haltepunkt Süd. Für Bahnkunden, die ihr Rad abstellen wollen, ist die Lage ohnehin problematisch: Die Stadt Frankenthal konnte bisher keine Fahrradboxen am Haltepunkt bauen, weil die Zuschusszusage des Landes fehlt (wir berichteten am 6. August). Flächen am Bauzaun, an Geländern und die Ränder der Brücke über die Gleise (Schneckennudel) dienen daher zurzeit als provisorische Radstellplätze. Ein Abstellverbot der Bahn würde die Probleme noch verschärfen. RHEINPFALZ-Leserin Laura Germer sprach die Bahn auf die problematische Lage am Haltepunkt Süd an und bat darum, die Verbotsschilder zu entfernen. Schriftliche Antwort der DB Regio AG, Kundendialog Südwest in Mannheim, am Freitag: „Vielen Dank für Ihre E-Mail. Fahrradabstellanlagen an Haltepunkten und Bahnhöfen sind seit der Bahnreform Angelegenheit der jeweiligen Gemeinde. Bitte wenden Sie sich dorthin.“ Die Frankenthaler Stadtverwaltung sei von der Bahn AG nicht über die ausgehängten Verbotsschilder informiert worden, sagt auf Anfrage Beigeordneter Andreas Schwarz (SPD), der zurzeit im Rathaus die Geschäfte führt. Dass wild durcheinander stehende Räder eventuell zum Sicherheitsproblem werden könnten, könne er aber „nachvollziehen“. Sollten Bahn-Verantwortliche das im Sinn gehabt haben, haben sie kurzfristig wieder umgedacht. Auf die RHEINPFALZ-Anfrage, wie das Verbot begründet werde, antwortet eine Bahn-Sprecherin am Dienstag: Die Schilder seien „leider irrtümlich angebracht worden“. Sie würden wieder abgehängt. Tatsächlich lagen Schilderreste gestern zerfleddert auf dem Boden des Bahngeländes. Zum Hintergrund des Ganzen will die Sprecherin der Frankfurter Pressestelle nichts sagen. Auffällig zudem in den letzten Tagen: Gleis 1 war am Haltepunkt Süd vom Verkehr „abgehängt“. Per Aushang informierte die Bahn: „Alle Züge Richtung Worms/Mainz fahren ab sofort bis auf Weiteres von Bahnsteig 2. Bitte nutzen Sie den Zugang über die Brücke.“ Bahn-Erklärung dafür: Wegen eines Kabeldiebstahls an der Strecke und der deswegen notwendigen Reparaturarbeiten habe man den Zugverkehr vorübergehend nur auf den Gleisen 2 und 3 abwickeln können. Seit Dienstag, 12.30 Uhr, sei Gleis 1 wieder in Betrieb. Ein Ärgernis aus Kundensicht ist die Tatsache, dass der Aufzug, der den Bahnsteig an den Gleisen 2 und 3 mit der Brücke verbindet, bisher nicht funktioniert. „Das heißt, Fahrradfahrer sowie Kinderwagenschieber und Rollstuhlfahrer können nur über die Treppe vom und zum Bahnsteig gelangen“, merkt dazu RHEINPFALZ-Leserin Germer an. In den Zügen gebe es vor dem Halt keine Informationen dazu. Zur Frage, weshalb in den Zügen keine entsprechenden Durchsagen gemacht würden, kommt von der Bahn-Pressestelle eine lapidare Antwort: „Durchsagen dieser Art sind nicht vorgesehen.“ Der Aufzug, so teilt die Pressesprecherin weiter mit, sei „betriebsbereit und wird in Kürze Reisenden zur Verfügung stehen. Es müssen noch die Regelungen bezüglich einer eventuellen Notbefreiung mit der Aufzugsfirma abgestimmt werden.“ Ein Datum, wann der Aufzug in Betrieb genommen werden soll, nennt die Bahn nicht. Andreas Schwarz weiß mehr: Das sei „für die 35. Kalenderwoche“ geplant, sagt der Beigeordnete, also für die Zeit ab dem kommenden Montag, 24. August. Beim Aufzug fehle noch die Abnahme, sagt Schwarz. Die Bauabteilung der Stadt werde deswegen noch mit dem verantwortlichen Projektbüro der DB Station & Service AG Kontakt aufnehmen. Die Information, dass man derzeit nur via Treppe vom Mittelbahnsteig in die Stadt kommen kann, sollte die Bahn unbedingt weitergeben, findet der Beigeordnete. Denn für manche Personen, etwa Rollstuhlfahrer, „wären diese Informationen sehr wichtig“.

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