FRANKENTHAL RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Perspektiven für Brücke über B9

Gefahrenstelle an der Brücke über die Bundesstraße 9: Der Radweg endet hier.
Gefahrenstelle an der Brücke über die Bundesstraße 9: Der Radweg endet hier.

Die BASF sei bereit, sich an den Kosten für einen Ausbau der Brücke über die B9 östlich von Mörsch zu beteiligen. Das hat Frankenthals Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) vor dem Planungs- und Umweltausschuss gesagt. Zudem gebe es noch einen weiteren Fortschritt, erklärte der OB.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern hat angekündigt, den Lieferverkehr vom und zum Werk in den Norden verlagern zu wollen. Er reagiert damit auf Verkehrsprobleme, die sich nach seiner Einschätzung mehrere Jahre lang durch umfangreiche Bauarbeiten an den Hochstraßen der Stadt Ludwigshafen ergeben.

Um Informationen über den aktuellen Stand des BASF-Projekts hatten nun CDU und SPD mit Anfragen gebeten. Beide erkundigten sich unter anderem nach dem Stand der Verhandlungen zum Thema Fuß- und Radweg beim Brückenbauwerk an der früheren K3, das über die Bundesstraße 9 führt. Wegen der Enge auf der Brücke seien die Gefahren für Fußgänger und Radler dort erheblich, merkte Gabriele Bindert für die CDU an.

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Auf dieselbe Problematik wies Aylin Höppner in der SPD-Anfrage hin. Sie erinnerte unter anderem daran, dass vor Jahren sogar von einer neuen, separaten parallel zur Straßenbrücke verlaufenden Fußgänger- und Radfahrerbrücke gesprochen worden sei.

Neue Lkw-Abfertigung

Diese Thematik sei mit dem ersten von insgesamt drei Vorhaben der BASF verknüpft, erläuterte OB Martin Hebich. Dabei gehe es um den Plan des Unternehmens, an der Kläranlage im Norden eine neue Lkw-Abfertigung aufzubauen. 220 Parkplätze für Lastzüge sollen dort entstehen, zudem ist der Bau eines Abfertigungsgebäudes geplant. Die mit dem Vorhaben verbundene Fällung von rund 400 Bäumen stelle einen „massiven Eingriff in die Natur“ dar, hatte die SPD in ihrer Anfrage dazu angemerkt und darauf verwiesen, dass die BASF ein „Kompensationsprojekt“ in Aussicht gestellt habe.

Die BASF-Bauanträge seien eingegangen, ergänzende Gutachten seien „angefordert und von der BASF geliefert“ worden, fasste OB Hebich den aktuellen Stand zusammen. Die abschließende Stellungnahme des Landesbetriebs Mobilität (LBM) stehe noch aus.

Eine Entscheidung werde für Januar 2021 angestrebt, sagte der Verwaltungschef. Näher beleuchtet werden müssten insbesondere noch zwei Punkte: „die Verkehrssituation und Erschließung über die frühere K3, jetzt Gemeindestraße“ sowie der notwendige „landespflegerische Ausgleich“ für die geplanten Eingriffe in die Natur.

Land denkt um

Neu und erfreulich sei, dass das Land nun einen durchgehenden Radweg über die Brücke für nötig halte, sagte der Verwaltungschef. Wenn diese Brücke ausgebaut werden müsse, „können wir nicht von der BASF erwarten, dass sie die Kosten trägt“, erklärte Hebich. „Die BASF ist aber bereit, einen freiwilligen Beitrag zu leisten.“ Insofern sei man bei diesem Thema nun „weiter, als das früher möglich war. Da ist Bewegung in der Sache“, so der OB. Klar sei auf jeden Fall, „dass an der Brücke was gemacht werden muss“. Welches Ausmaß diese Investitionen letztlich haben müssten, sei aber noch offen. Denn: Geprüft werden müsse auch, wie es bei der Begegnung zweier Lkw auf dem Bauwerk aussehe. „Eventuell ist ein Neubau der Brücke nötig“, sagte Hebich.

Als zweites BASF-Projekt nannte der Oberbürgermeister den vom Unternehmen geplanten Bau der sogenannten Nordroute. Auch sie stehe im Zusammenhang mit den „Überlegungen, den Werksverkehr neu zu strukturieren“. Die neue zweispurige Straße soll vom nördlichen Werkstor 15 über eine Strecke von zwei Kilometern zur neuen Lkw-Abfertigung an der Kläranlage führen. Ein vorhandener Tunnel unter der Autobahn 6 soll einbezogen werden. Nach Unternehmensangaben könnte diese Nordroute frühestens 2024 fertig werden. „Wir müssten dann Wirtschaftswege verlegen“, sagte Hebich.

Nummer drei auf der BASF-Projektliste ist die künftige Nutzung einer 100 Hektar großen Fläche im Norden am Rhein zwischen Kläranlage und Petersau, die dem Unternehmen gehört. Noch offen ist es nach Hebichs Angaben, wann es hier Aktivitäten zur Nutzung geben wird. Im Gespräch ist ein neues Logistikzentrum; frühestens 2028 soll das Thema nach Angaben aus dem Konzern auf die Tagesordnung kommen.

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