FRANKENTHAL
Nahverkehr: Weniger Fahrgäste und höhere Kosten
Die ab Mitte März zunehmende Anzahl von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus habe sich beim Busverkehr und den damit beauftragten Unternehmen in mehrerlei Hinsicht bemerkbar gemacht, erklärte Hebich. Weil viele Menschen aus Angst vor einer Erkrankung auf Fahrten mit dem Bus verzichtet hätten, fehlten Einnahmen aus dem Ticketverkauf in beträchtlichem Umfang. Den Unternehmen habe Personal krankheitsbedingt gefehlt. Die Folge: Selbst beim Erfüllen des nach Schließung der Schulen zwischenzeitlich ausgedünnten Fahrplans habe es gewisse Schwierigkeiten gegeben, sagte der OB.
Ein weiterer Punkt: Auf der Linie 465, die zwischen dem Hauptbahnhof, dem Industriegebiet Römig und Ruchheim pendelt, wurden zu Zeiten des Schichtwechsels im Amazon-Logistikzentrum mehrere Omnibusse eingesetzt – mit dem Ziel, den Fahrgästen einen größeren Abstand untereinander zu ermöglichen. „Das hat zusätzliche Kosten verursacht“, erläuterte Hebich. In Summe schieße die Stadt 33.000 Euro für die zwei zurückliegenden Monate nach, in denen 15 (März) und 31 Prozent (April) der Einnahmen weggebrochen seien.
Hebich begrüßt Entscheidung des Landes
Auf Nachfrage von FWG-Sprecher Jesko Piana bezog der Oberbürgermeister vor dem Ausschuss auch Stellung zum Beschluss des Landeskabinetts, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zur Pflichtausgabe von Städten und Landkreisen zu erklären. „Das ist eine alte Forderung der kommunalen Spitzenverbände“, sagte Hebich. Er begrüße diese Entwicklung. Die Qualität des ÖPNV dürfe nicht von der Beliebigkeit der jeweiligen Haushaltslage abhängen. Der Hintergrund: Bei den sogenannten freiwilligen Leistungen, zu denen der Nahverkehr bisher zumindest auf dem Papier gezählt hat, gibt es zwischen Kommunen und den Aufsichtsbehörden des Landes häufig Streit.
Gebilligt hat der Ausschuss am Dienstag außerdem rund 31.000 Euro als Beitrag Frankenthals zu einem Digitalisierungsprojekt des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN). Der wolle mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Saubere Luft“ und der darin vorgesehenen Kofinanzierung der Kommunen verschiedene Verbesserungen im Service angehen, beispielsweise bei der Smartphone-App und dem Fahrradleihsystem Nextbike.