Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Nachwuchs in der Pflege: Berufsschüler in Altenheim und Klinik

Die Schüler der Berufsbildenden Schule – hier ein Bild aus einem Praktikum, seien offen für Pflegeberufe, sagt die verantwortlic
Die Schüler der Berufsbildenden Schule – hier ein Bild aus einem Praktikum, seien offen für Pflegeberufe, sagt die verantwortliche Lehrerin Cornelia Largé-Neu.

Die Corona-Pandemie hat überdeutlich gezeigt, wie dringend Personal in der Pflege gebraucht wird. Doch für junge Menschen ist es gerade schwierig, praktische Erfahrungen in dem Bereich zu sammeln. An der Berufsbildenden Schule (BBS) Andreas Albert hilft hier eine seit gut drei Jahren bestehende Kooperation.

Auf Sparflamme laufen zurzeit auch die Praktika für Pflegeberufe an der Frankenthaler Berufsschule. Trotzdem ist die zuständige Lehrerin froh, dass dieser Zweig nicht ganz in der Pandemie eingeschlafen ist – nicht zuletzt dank der Kooperation „Care4Future“. 2018 wurde die Initiative ins Leben gerufen, als Gemeinschaftsprojekt der Stadtklinik, ansässiger Pflegeheime und der Berufsbildenden Schule (BBS) Andreas Albert. Anliegen der Kooperationsvereinbarung ist, das Image der Arbeit in Kranken- und Altenpflege aufzupolieren. Durch Projekttage und Praktika in den beteiligten Einrichtungen, damit Jugendliche in der einjährigen Berufsfachschule den Berufsalltag kennenlernen können und Lust bekommen auf eine Karriere im Pflegebereich.

Als erstes eingestiegen war das Seniorenzentrum Haus Edelberg. Die Hoffnung, dass weitere Pflegeheime dazustoßen, hat sich für die zuständige BBS-Lehrerin Cornelia Largé-Neu bisher nicht erfüllt. „Das hat sicher etwas mit Corona zu tun“, bedauert sie. Im Vorjahr lag das Projekt komplett auf Eis, zu Jahresbeginn wurde es wieder aufgenommen, aber derzeit ist nicht alles machbar. Einzelne Projekttage im Haus Edelberg und der Stadtklinik sind für das laufende Schuljahr gestrichen. Grund: Für die zehn vorgesehenen Besuche in Klinik und Pflegeheim hätten die Schüler durchgängig einen Impfschutz gegen Corona aufweisen müssen. „Organisatorisch und im Sinne der Verantwortung gegenüber Patienten und Schülern war das nicht umsetzbar – ein herber Schlag für den Zweig der Berufsfachschule 1, in dem auf Berufsorientierung großer Wert gelegt wird.“

„Wenig Berührungsängste“

Für das Ende März angesetzte dreiwöchige Praktikum ist die Pädagogin jedoch zuversichtlich – fast alle 18 Schülerinnen aus dem Zweig Gesundheit und Pflege konnten sich einen Praktikumsplatz sichern. Alle Praktika finden im medizinischen Bereich statt, allein in der Pflegeeinrichtung werden acht Schülerinnen den Berufsalltag kennen lernen. „Ich bin positiv verwundert“, sagt Largé-Neu. Sie hatte erwartet, dass ihre Schützlinge Berührungsängste gegenüber Pflegeberufen aufbauen, da aktuell in den Medien viel über Ansteckungsgefahren und Überforderung in diesem Bereich gesprochen wird.

Auch über den einzigen Praxistag im Herbst im Haus Edelberg kann die Lehrerin Positives vermelden: „Die Schüler sind momentan sehr offen für Pflegeberufe. Sie kamen ehrlich begeistert aus dem Pflegeheim zurück und hatten viel Kontakt mit den alten Menschen.“ Diese Resonanz sei für den Unterricht wertvoll. Momentan bestreitet Largé-Neu die praktischen Teile vorwiegend mit Filmen und Dokumentationen, „aber das ersetzt nicht die Erfahrungen vor Ort.“ Wenn Schüler die Chance erhalten, in einem Pflegeheim mitzuarbeiten, berichten sie anschließend im Klassenraum über ihre Eindrücke – und könnten so auch Klassenkameraden mitreißen.

Einblick in Berufsalltag

Im Rückblick berichtet die Pädagogin über die bisherigen rund drei Jahre von Care4Future: „Es ist eine wunderbare Möglichkeit, sich in der Realität zu orientieren.“ Im Krankenhaus werden die Schüler zumeist bei der Essensausgabe eingesetzt und dürfen einfache medizinische Tätigkeiten wie die Kontrolle der Vitalzeichen – Temperatur, Blutdruck und Puls – übernehmen. Im Pflegeheim steht eher die Betreuung der Bewohner in der Freizeit im Vordergrund. Mit Zahlen kann Largé-Neu nicht belegen, wie die Initiative sich auf die Berufswahl der Absolventen der Berufsfachschule 1 auswirkt. „Aber ich schätze, dass 70 Prozent der Schüler im Zweig Gesundheit und Pflege später medizinische Berufswege einschlagen.“

Die Corona-Pandemie erschwert die Suche nach Praktikumsplätzen in der Pflege. Eine Kooperation der Andreas-Albert-Schule mit der
Die Corona-Pandemie erschwert die Suche nach Praktikumsplätzen in der Pflege. Eine Kooperation der Andreas-Albert-Schule mit der Stadtklinik und einem Pflegeheim in Frankenthal erleichtert hier manches.
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