Vorderpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Nachwuchs für die Wissenschaft: Preiswürdige Schülerprojekt aus der Region

Im Austausch: Die Präsentation in der Ausbildungshalle von KSB nutzten die jungen Forscher auch. um sich über andere Projekte zu
Im Austausch: Die Präsentation in der Ausbildungshalle von KSB nutzten die jungen Forscher auch. um sich über andere Projekte zu informieren.

Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen und ein Vergleich von Harzen im Handball: Die Bandbreite der Projekte von Nachwuchswissenschaftlern bei „Jugend forscht“ ist riesig. Am Freitag wurden in Frankenthal die Preisträger des Regionalwettbewerbs gekürt. Einen Tag zuvor hatten sich bereits die Jüngeren bei „Schüler experimentieren“ präsentiert.

Zwei Jahre lang musste der traditionsreiche Wissenschaftswettbewerb, erst wegen der Pandemie, dann aufgrund von Baumaßnahmen beim Gastgeber KSB, digital stattfinden. Jetzt wurde die Ausbildungshalle des Frankenthaler Pumpen- und Armaturenherstellers wieder für zwei Tage zum Forum für junge Naturwissenschaftler. In Messekabinen hatten die Teilnehmer aller Schularten ihre Projekte aufgebaut. So gab es beim Rundgang vieles zu entdecken. Den seit Jahren steigenden Anteil von Mädchen, er liegt mittlerweile bei 40 Prozent, sehen Beobachter befördert durch „Jugend-forscht“-AGs an Schulen und Social Media. Einstieg ins eigene Forschen und Experimentieren sei für viele das klassische Technik-Spielzeug wie Lego, Fischer-Technik und Lego Duplo, sagt Deniz Cakmak, Regionalleiterin und Juryvorsitzende des Wettbewerbs.

Frauen auf dem Vormarsch: Immer mehr Mädchen beteiligen sich bei „Jugend forscht“. Hier Marlene Elisa Mergel, Elena Police und V
Frauen auf dem Vormarsch: Immer mehr Mädchen beteiligen sich bei »Jugend forscht«. Hier Marlene Elisa Mergel, Elena Police und Valeria Fix mit einem »Helfer auf zwei Rädern«.

Biologie, Chemie, Mathematik/Informatik und Technik: Wissenschaftliche Arbeiten aus allen vier Fachbereichen waren in der KSB-Halle vertreten. Praxisnähe, Alltagsrelevanz und Nachhaltigkeit spielen beim forschenden Nachwuchs eine große Rolle. Waren es am Donnerstag bei „Schüler experimentieren“, dem Nachwuchswettbewerb für Neun- bis 14-Jährige, 24 Projekte mit 50 Teilnehmern, so stellten sich am Freitag bei „Jugend forscht“ 30 Teilnehmer zwischen 15 und 21 Jahren mit 18 Projekten dem Urteil einer ehrenamtlichen Fachjury. An den Ständen zeigte sich: Der forschende Nachwuchs ist mit Grips und Kreativität, Forschergeist und mathematisch-technischem Know-how zugange.

Raumfahrt und Landwirtschaft

Im Bereich Biologie erreichte Anika Stefan (Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasium Ludwigshafen) mit ihre Arbeit über den Zusammenhang von „Konzentrationsfähigkeit und Koffein“ einen dritten Platz. Henri Diehl, Oliver Englert und Tim Stölzle vom Karolinen-Gymnasium Frankenthal landeten mit ihrer „TechFarm“, einem Forschungsbeitrag zu ressourcensparender Landwirtschaft, auf Platz zwei. Sieger waren Benjamin Wüst, Julius Keck und Kornelius Magvas (Lise-Meitner-Gymnasium Maxdorf). Sie hatten untersucht, wie man Phytoplankton als Filter für CO2 einsetzen kann.

„Turbo-Contriver“ heißt die App, die Yann Berton und Mark Schoettle entwickelt haben. Sie soll Lehrern den Organisationsaufwand
»Turbo-Contriver« heißt die App, die Yann Berton und Mark Schoettle entwickelt haben. Sie soll Lehrern den Organisationsaufwand bei Projekten erleichtern.

„Wasserstoffperoxid in der Raumfahrt“ war im Bereich Chemie das Thema von Silas Wester und Leandro Rettig (Gauß-Gymnasium Worms, dritter Platz). Marlis Mader (Humboldt-Gymnasium Ludwigshafen, zweiter Platz) untersuchte die Eigenschaften von drei verschiedenen Harzen im Handball. Den ersten Preis erhielt Niklas Weinmann (Gauß-Gymnasium Worms) mit seiner Forschung zur Herstellung von Kunststoffen für den Hausgebrauch aus nachwachsenden Rohstoffen.

App spart Lehrer Arbeit

Mit einer selbst entwickelten App namens „Turbo-Contriver“, die den Verwaltungsaufwand für Lehrer bei der Organisation von Projektwochen von 60 auf eine Stunde reduziert, gewannen Yann Berton und Mark Schöttle (Käthe-Kollwitz-Gymnasium Neustadt) im Bereich Mathematik/Informatik. IT-Studium und Firmengründung haben die Abiturienten schon fest im Blick. „Effiziente Generierung von Wegen zwischen Bild- und Linienpunkten“ war das Thema von Jonas Spieler von der schulübergreifenden „Jugend forscht“-AG Neustadt (dritter Platz), Zweiter wurde Julius Korbjuhn (Gauß-Gymnasium Worms) mit dem Projekt „Phytologik“.

Volle Halle: Bei „Schüler experimentierten präsentierten am Donnerstag Neun- bis 14-Jährige ihre Projekte.
Volle Halle: Bei "Schüler experimentierten präsentierten am Donnerstag Neun- bis 14-Jährige ihre Projekte.

Wie man einen alten 3D-Druckers zum Text-Plotter umbaut: Damit holte Jonas Spieler („Jugend forscht“-AG Neustadt) den Sieg im Bereich Technik. Die Plätze zwei und drei gingen an Florentin Mann („Jugend forscht“-AG Neustadt) für die Entwicklung eines smarten Lagersystems sowie Moritz Mühlbeyer, Raphael Haßler und Jakob Tietz (Karolinen-Gymnasium Frankenthal) für die Entwicklung einer Automatisierungstechnik in der hydroponischen Landwirtschaft, bei der es um intelligente Wasserverwertung und bodenschonenden Pflanzenanbau geht.

Weiter in die nächste Runde

Die Preise im Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“ gingen an das Gauß-Gymnasium und die Montessori-Grundschule Worms. Mit ihrer „Willy-Wonka-Schokoladentafel-Wahrscheinlichkeit“ überzeugten Giuliana Iacomini und Lino Hinkel (Lise-Meitner-Gymnasium Maxdorf) ebenfalls die Jury. Sie hatten ausgerechnet, dass Schokolebkuchen in Brezelform im Vergleich zu Herzen und Sternen die meiste Schokolade enthalten.

Für die Sieger in beiden Altersklassen geht der Wettbewerb nun in die nächste Runde: Auf Landesebene werden die Erstplatzierten von „Schüler experimentieren“ ihre Projekte beim Pharmakonzern Boehringer in Ingelheim vorstellen, für die Regionalsieger von „Jugend forscht“ geht es zur BASF nach Ludwigshafen.

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