Frankenthal
Myome: Neue Behandlungsmethode an der Stadtklinik
Starke Monatsblutungen, häufiger Harndrang oder Verstopfung sind nur einige Symptome, die auf die gutartigen Muskelknoten (Myome) an der Gebärmutter hinweisen. Eine Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt bringt Klarheit. „Etwa ein Drittel aller Frauen ab 30 Jahren ist davon betroffen“, berichtet Franz-Georg Hüttner, stellvertretender Chefarzt der Gynäkologie in der Frankenthaler Stadtklinik. Sind Myome, die an der Muskelschicht der Gebärmutter auftreten, Verursacher für diese Beschwerden, dann überweist der Frauenarzt seine Patientin an die entsprechende Sprechstunde des gynäkologischen Fachbereichs in der Stadtklinik. Dort gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Die Abteilung bietet seit Mai an, die Wucherungen per Radiofrequenzablation zu behandeln.
Drei verschiedene Varianten
„Der behandelnde Arzt führt per Ultraschallkontrolle eine Nadel punktgenau an das Myom. Die Mitte des Gewebes wird so bei etwa 70 Grad ,gekocht’ und damit der Zelltod angeregt“, erläutert Hüttner. „Bei einer zweiten Stromabgabe sterben auch die umliegenden Gefäße nach und nach ab. Es bleiben so weder Narben zurück, noch hat der Eingriff hormonelle Auswirkungen.“ Die Beschwerden gingen dann in dem Maße zurück, wie die Knoten schrumpfen. Für Frauen mit Kinderwunsch sei dies eine schonende Methode, um mögliche Probleme für Schwangerschaft und Geburt im Vorfeld zu beseitigen. Auch starke Menstruationsblutungen oder Druckgefühl im Bauch verschwinden mit dem Schrumpfen der gutartigen Wucherungen.
„Drei verschiedene Arten, die Behandlung durchzuführen, sind möglich“, erklärt Hüttner. Die RFA erfolgt entweder transvaginal, durch die Scheide, oder laparoskopisch, sprich: mittels kleinem Bauchschnitt, oder aber transzervikal, heißt: durch den Gebärmutterhals. Stets wird die Nadel ultraschallkontrolliert in das Myom eingeführt. Ziel ist dabei, durch diese Art der schonenden Verkleinerung keine Narben zu hinterlassen und die Gebärmutter zu erhalten. Der Eingriff bleibt minimalinvasiv, da wenig Gewebe verletzt wird.
Patientinnen erhalten in der Zeit eine kurze Narkose und dürfen einen Tag später bereits das Krankenhaus verlassen. Nur wenige klagen über Beschwerden, die der Eingriff verursacht. Zwei bis drei Tage leichte Unterbauchschmerzen, leicht erhöhte Temperatur und etwa 14 Tage Ausfluss sind mögliche anfängliche Auswirkungen. Nach einem Vierteljahr ist das Myom bereits um 56 Prozent geschrumpft, nach einem Jahr hat es 70 Prozent seines Volumens reduziert. Im gleichen Maß reduzieren sich die Beschwerden, die Lebensqualität nimmt entsprechend zu, das haben Analysen mit 1300 Patienten gezeigt. Diese Form der Behandlung ist seit dem Jahr 2002 etabliert. „Das Stadtkrankenhaus Frankenthal wendet die spezielle RFA als Alleinstellungsmerkmal in der Vorderpfalz an“, berichtet Hüttner. „Mit ähnlichen Systemen arbeiten nur das Universitätsklinikum Mannheim oder das Klinikum Worms“, schildert er. Die Kosten müssen die Patientinnen nicht selbst tragen, da die Behandlung von den Krankenkassen übernommen werde.
Maximal für drei Myome geeignet
„Für die Anwendung der RFA müssen jedoch gewisse Voraussetzungen erfüllt sein“, darauf weist Hüttner hin. „Die Patientin darf bei der Behandlung nicht schwanger sein, keine Hormonspirale tragen und keinen bösartigen Tumor haben. Außerdem sollten keine Entzündungen im Unterleib vorliegen.“ Ein optimales Ergebnis werde erzielt, wenn die Myome frühzeitig behandelt werden, also nicht größer als acht Zentimeter seien, sagt der stellvertretende Oberarzt. Man könne nicht mehr als drei auf diese Weise entfernen, erklärt er weiter.
Sind es mehr oder sind die Muskelknoten größer, dann sollten andere Formen der Entfernung gewählt werden. Allerdings komme es bei etwa zehn Prozent der Patientinnen vor, dass sie bereits innerhalb von drei Jahren neue Myome entwickeln. Das sei jedoch unabhängig von der Effektivität der Behandlungsmethode, haben US-amerikanische Kollegen herausgefunden, sagt Hüttner. Maßgeblich sei auch die Lage der Wucherungen. Auch dazu berät seine Kollegin Dina Kudsi, Oberärztin an der Gynäkologie, in der Myom-Sprechstunde.
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Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.stadtklinik-ft.de.