Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel MX-Academy bietet Schnupperkurse für Kinder an

Die ersten Meter werden die Kinder noch geschoben. Auch später bleibt Instruktor Martin Schmidt immer in der Nähe.
Die ersten Meter werden die Kinder noch geschoben. Auch später bleibt Instruktor Martin Schmidt immer in der Nähe.

Die ADAC-MX-Academy startet in die neue Saison. Deutschlandweit gibt es Schnupperkurse an sieben Standorten. Einer davon befindet sich in Frankenthal auf der Motocross-Strecke des örtlichen Automobil- und Motorrad-Clubs (AMC) nördlich der Stadt an der L523. Noch im April soll es losgehen mit den Lehrgängen für Kinder von sechs bis 13 Jahren.

„Der Einstieg in den Motorsport war noch nie so einfach wie jetzt“, sagt Markus Schmidt, Instruktor und Organisator am einzigen pfälzischen Standort der MX-Academy. Dafür sorgten der Allgemeine Deutsche Automobil Club Deutschland (ADAC) mit seinen Sponsoren sowie seinen wettkampferfahrenen Instruktoren und Trainern. Frankenthal habe nach einem Auswahlverfahren den Zuschlag als Standort der Academy bekommen, berichtet Schmidt. Ausschlaggebend dafür sei unter anderem das Vereinsgelände des AMC mit seiner Ausstattung und Verkehrsanbindung gewesen.

Als Übungsgerät diene ein Elektromotorrad des österreichischen Herstellers KTM. „Das hat sich als perfektes Einstiegsfahrzeug erwiesen“, erläutert der ehemalige Motocross-Profi Bernd Eckenbach, der nun als Chefcoach der MX-Academy arbeitet und die Trainingseinheiten an allen Standorten betreut. Fünf dieser Motorräder vom Typ SX-E 5 habe KTM dem Frankenthaler Stützpunkt zur Verfügung gestellt, berichtet Schmidt. Zudem habe man noch fünf Motorräder vom Typ 65 SX mit Verbrennungsmotoren bekommen.

Zweiräder werden gestellt

Die Academy stehe Kindern zwischen sechs und 13 Jahren offen, sagt der Instruktor. Ihnen wolle man diese Sparte des Zweiradsports näherbringen und natürlich auch Mitglieder und Nachwuchs für Wettbewerbe gewinnen. „Der Schnupperkurs bringt aber noch gar keine Verpflichtung mit sich“, betont Eckenbach. Die Zweiräder für die Trainingstage stünden an den Stützpunkten parat.

Auf die Einhaltung der Corona-Regeln und die Sicherheit der jungen Fahrer werde geachtet. „Den Kindern und Jugendlichen wird die komplette Schutzkleidung vom Helm bis zu den Stiefeln zur Verfügung gestellt“, erklärt Schmidt. Für den Schutz der Nackenpartie stifte Ausrüster Ortenia neue Nackenstützen. Die Übergabe an die jungen Teilnehmer übernehmen vor Ort Jacqueline Wiedmann und Kerstin Wolf, zwei Mitarbeiterinnen in der pfälzischen ADAC-Motorsportabteilung.

Am Anfang ohne Motorkraft

Danach gehe es in den Sand. Jeweils zwei Kinder würden von einem Trainer betreut. Nur so sei eine optimale Ausbildung möglich. Nach einer Einführung in die Funktionsweise der Maschinen drehten sich die Räder. „Zunächst noch ohne Motorkraft“, sagt Schmidt. „Das Gelände wird erst einmal auf BMX-Fahrrädern erkundet. So sollen die Teilnehmer die Strecke kennenlernen und sich an den Helm und die Schutzkleidung gewöhnen. „Die Kinder wollen natürlich fahren und können den ersten Start kaum erwarten. Die ersten Meter werden sie aber noch geschoben“, berichtet der Instruktor.

Sobald es richtig losgehe, sei immer ein Trainer in unmittelbarer Nähe. Mit einem Band seien die Ausbilder mit dem Zweirad verbunden. Sollte ein Schüler einmal davoneilen oder ein Problem haben, könne der Instruktor über einen Notschalter die Zündung sofort unterbrechen. Das Motorrad rolle dann einfach aus.

Weiches Anfahren

Markus Schmidt kennt den Sport und weiß auch um mögliche Unfallgefahren. Mit der richtigen Ausbildung und Ausrüstung könne Motocross jedoch sicher betrieben werden. Regional und national startete Schmidt viele Jahre lang bei Motocross-Veranstaltungen. Auch auf internationaler Bühne saß er im Sattel. Der selbstständige Metallbaumeister absolvierte Enduro-Läufe und startete sogar bei Weltmeisterschaftsrennen.

Mit der elektrischen Version der KTM-Maschine lernten die Kinder noch schneller und einfacher das Fahren, sagt Schmidt. „Das macht sich hauptsächlich beim Anfahren bemerkbar. Der Elektromotor setzt weicher ein als ein Verbrennungsmotor, was den Lernwilligen von Anfang an viel Sicherheit vermittelt.“

Ein weiterer Vorteil: Durch die leisen Triebwerke seien die Anweisungen der Trainer von den Lehrgangsteilnehmern gut zu hören. „Der Sound der Benzinmotoren wird überhaupt nicht vermisst“, verrät Schmidt. „Die Kinder lernen sehr schnell mit dem Zweirad in sandigem Gelände umzugehen. Schrittweise werden sie an die Kurvenpassagen herangeführt.“ Dabei gelte es, für den Wettbewerb die Ideallinie zu finden.

Mehrfach ausgezeichnet

Erst wenn die Kinder die nötige Fahrzeugbeherrschung hätten, gehe es an größere Herausforderungen wie das Überqueren der Sprunghügel. Behutsam gehe das Trainerteam diese Abschnitte an. „Wir nehmen den Teilnehmern die Angst, warnen aber auch vor zu viel Übermut“, erklärt Schmidt. „Erst wenn dieser Streckenteil abgearbeitet ist, geht es zur ersten vollen Runde. Und dann herrscht auch gleich etwas Rennatmosphäre.“ Der Sport verlange Kondition. Die jungen Fahrer müssten körperlich fit sein, und das bereits für die ersten Trainingseinheiten.

Der pfälzische Stützpunkt der MX-Academy wurde unter den bundesweiten Einrichtungen schon mehrfach als bester Standort ausgezeichnet. „Das haben wir Markus Schmidt zu verdanken“, lobt der Haßlocher Friedhelm Kissel, sportlicher Leiter des ADAC Pfalz. „Wir sind von Anfang an dabei und sind jedes Jahr ausgebucht“, sagt der erfahrene Motorsportler. „Schmidt und seinem Trainerstab ist es zu verdanken, dass in Frankenthal schon etliche Talente entdeckt worden sind, die heute erfolgreich fahren“, fügt Kissel an.

Noch Fragen?

Weitere Informationen und Anmeldung im Internet auf den Seiten des ADAC und des AMC Frankenthal.

Der ADAC will über die Schnupperkurse Nachwuchs für Motocross-Wettbewerbe finden.
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