Frankenthal Musik und Lichteffekte verzaubern

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Es war kein traditionelles Adventskonzert, welches das zum Trio erweiterte Duo Wunderfinger am Freitagabend in der protestantischen Kirche Bobenheim-Roxheim gab. Die Weihnachtslieder – überwiegend amerikanischen Ursprungs und bearbeitet durch Wunderfinger – waren mal sanft, mal voller Kraft, dazwischen gab es auch einige bekannte Hits, mit emotionalen Texten neu interpretiert.

Da stimmt doch etwas nicht, oder? Ein Adventskonzert, bei dem „Let`s Talk About Sex“ (Lass’ uns über Sex reden) gesungen wird? Nein, der Song war nur angespielt und sollte ein Späßchen sein. Als Anspielung darauf, dass die Gruppe zum sechsten Mal an diesem Ort auftrat. Und zwar erneut vor voll besetzten Reihen. Elke Wunderle (Gesang) und der Komponist Andreas Finger (Piano und Gesang) gründeten ihr Duo vor 24 Jahren. Mittlerweile sind sie bestens aufeinander eingestimmt. Immer wieder werden sie unterstützt von hervorragenden Musikern, so wie seit 20 Jahren von Jimi Carrow, der mit seiner angenehm souligen Stimme, Percussion und enormer Bühnenpräsenz super ankam und so manches Damenherz höher schlagen ließ. Die wandlungsfähige Stimme von Elke Wunderle begeisterte die Besucher ebenso wie die beiden Musiker. Mit dem bekannten „Hey Man“ von Zucchero zum Auftakt sprang schnell der Funke zum Publikum über. Sehr romantisch erklang „Heaven Everywhere“ von Francesca Battestelli. Zwischen nachdenklichen und fröhlichen Texten wechselnd, zeigte Wunderle seine Ausdrucksfähigkeiten, wobei von Soul über Jazz bis Pop alles dabei war. Ob allein, im Duo oder teilweise als Trio, die stimmliche Vielfalt überzeugte, und Andreas Finger war mehr als nur ein Begleiter am Piano. Er verstand es, sehr akzentuiert die Höhepunkte zu setzen, ohne sich dabei in den Vordergrund zu spielen. Ähnlich verhielt es sich mit Jimi Carrow, der sich durch seine Eleganz in der Bewegung und im Spiel, vor allem an den Congas, als Könner entpuppte. Als Gesangssolist brachte er Emotionen ausgesprochen charmant rüber, und im Duo mit Wunderle bei „I Feel good“ hätte man gut antworten können „ich auch, bei dem Gesang“. Einige immer wieder gern gehörte Songs wie „Winter Wonderland“ oder „Hello Again“ fehlten ebensowenig wie jene über Liebesschmerz und Verlust. Ein absoluter Höhepunkt des Abends war „Hold Back The River“ von James Bay. Mit dem traurigen sowie sehr bewegenden „Oh Come, Oh Come, Emmanuel“ schließlich wurde wieder der Bogen zur biblischen Geschichte geschlagen – und irgendwie fühlte man sich angekommen im Advent. Wunderfinger verstand es, fast drei Stunden mit seiner Musik zu verzaubern. Begleitet wurden die Darbietungen von romantischen Lichteffekten, für die Bernd Schläfke sorgte. Und wer kann da schon widerstehen, wenn dicke Schneeflocken vom Himmel herabfallen und überdimensionale Engelflügel über allem schweben? Dann ist der Sound gefühlt noch ein bisschen intensiver, und in diese „Traumwelt“ passte selbst das etwas verfrühte „Stille Nacht, heilige Nacht“ in englischer Fassung. Konzert Noch einmal ist das Duo Wunderfinger im Advent in der Region zu erleben: am Freitag, 4. Dezember, 20 Uhr, im Bürgerhaus Heßheim. Karten zu zehn Euro im Vorverkauf (Abendkasse zwölf Euro) gibt es in der Gemeindebücherei Heßheim, Telefon 06233 378410, oder bei Heides Schreibwaren, Telefon 06233 71510.

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