Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Klapprad und Kreativität: Wie sich die „Klapprad Crew BoRo“ auf die Kalmit vorbereitet

Wollen auf die Kalmit und neue Mitglieder gewinnen (von links): Philipp Görtz, Sebastian Schatz, Esther Schwamberger und Uwe Lan
Wollen auf die Kalmit und neue Mitglieder gewinnen (von links): Philipp Görtz, Sebastian Schatz, Esther Schwamberger und Uwe Lang von der »Klapprad Crew BoRo«.

Mit bunten Klapprädern, kreativen Ideen und viel Humor bereitet sich die „Klapprad Crew BoRo“ vom Radfahrverein „All-Heil“ Bobenheim-Roxheim auf den Kalmit-Cup vor.

Acht Mitglieder sind zum ersten Workshop der neu gegründeten „Klapprad Crew BoRo“ zusammengekommen. Ein türkisfarbener Fahrradrahmen ist im Vereinsheim auf einem Ständer fixiert. Die Reifen sind pink. „Die Farbe des Rahmens soll Lila werden, so hat es sich meine Frau gewünscht“, sagt Philipp Görtz, Schriftführer des Vereins, während er nach Werkzeug greift. Vorstand Uwe Lang gibt Tipps: „Grün würde im Kontrast zu Pink sehr gut aussehen.“

Auf dem Tisch liegt ein Plakat mit Stichpunkten: „Kalmit“, „Outfit“, „Training“ und „Termine“. Die Planungen und Vorbereitungen auf den Kalmit-Klappradcup am 5. September haben begonnen. „Der Workshop war eigentlich eine spontane Idee in der Nacht“, sagt Vereinsvorsitzender Uwe Lang und lacht. „Bei anderen Projekten haben wir oft zu spät mit der Planung angefangen. Das wollten wir diesmal anders machen.“

„Cooler Teamname wichtig“

Denn der Klapprad-Cup ist kein gewöhnliches Radrennen. Rund 1500 Teilnehmer fahren jedes Jahr mit alten Klapprädern von Maikammer aus auf die Kalmit, den mit 673 Metern höchsten Berg im Pfälzerwald. Doch damit nicht genug: Die Teilnahmebedingungen schreiben ein kreatives Aussehen des Rades sowie ein originelles Outfit vor. „Da sind lauter Verrückte unterwegs“, sagt Patrick Minrath, der seit zwölf Jahren dabei ist. „Ein cooler Teamname ist wichtig“, erklärt er seinen Mitstreitern.

Am Abend werden viele Ideen gesammelt, verworfen oder weitergesponnen. Vereinsmitglied Sebastian Schatz bringt eine Idee für das Motto ein: „Scharnierklappläden“. Lang denkt über Bademäntel, Badekappen und einen Bollerwagen mit Aufgusstonne nach. „Das ist zusätzliches Gewicht“, gibt Minrath zu bedenken.

Neben aller Kreativität geht es der Gruppe auch um Gemeinschaft. „Es geht nicht nur um Kilometer oder Rennen“, sagt Görtz, der seit 25 Jahren im Verein aktiv ist, „sondern darum, zusammen etwas zu machen.“ Genau das sei auch ein Ansatz, um dem Problem vieler Vereine zu begegnen. „Die Vereinsarbeit stirbt aus, der Nachwuchs fehlt“, sagt Schatz. Mit neuen, ungewöhnlichen Angeboten wolle man wieder mehr Menschen erreichen.

Die Zahlen zeigen, warum das Thema wichtig ist: Rund 100 Mitglieder hat der Verein aktuell, das Durchschnittsalter beträgt 63 Jahre. „Jeder Verein wird älter“, sagt Lang. „Um Handball oder Fußball zu spielen, braucht es einen Verein. Radfahren geht auch alleine.“ Umso wichtiger sei es, Anreize zu schaffen, um Menschen zum gemeinsamen Radfahren zu motivieren.

Die Klappräder könnten ein solcher Anreiz sein. Sie fallen auf, sorgen für Gespräche und machen neugierig. „Man wird überall angesprochen“, erzählt Lang, der selbst erst seit einem Monat wieder ein Klapprad besitzt. Sein erstes aus Jugendzeiten hat er vor vielen Jahren auf dem Sperrmüll entsorgt. Jetzt hat er sich wieder eines besorgt, etwas hergerichtet und Spaß daran gefunden, wie er berichtet.

Fotoaktion geplant

Auch andere Mitglieder lassen sich von der Begeisterung anstecken. Während des Workshops kommt ein Mann herein und verkündet: „Ich habe vor einer Stunde ein Klapprad gekauft.“ Die Reaktionen: Lachen, Zustimmung, sofortige Integration in die Runde und in die Planungen für den Klapprad-Cup.

Neben dem Kalmit-Cup plant die Gruppe weitere Aktionen wie Ausfahrten, die Teilnahme am „Eulenklapp“-Event oder am Winzerumzug in Neustadt. Hinzu kommt eine monatliche Fotoaktion auf Facebook: Ein Klapprad wird an einem Ort in der Region fotografiert, Nutzer müssen erraten, wo das Bild entstanden ist.

Und das Training? Das nimmt die Crew zwar ernst, aber auf ihre eigene Art. Auf die Kalmit dürfen sie zu Trainingszwecken nicht fahren, Alternativen müssen her. Im Vordergrund steht für viele ohnehin etwas anderes: „Dabei sein und Spaß haben“, sagt Esther Schwamberger, Beisitzerin im Vereinsvorstand. „Es geht nicht um die Zeit.“ So werden die vom Anspruch her sehr unterschiedlichen Trainingsziele Lindemannsruhe und Kleinniedesheim eingebracht. Für den Verein ist die „Klapprad Crew“ mehr als ein Spaßprojekt. Sie ist ein Versuch, Tradition und Moderne zu verbinden und neue Wege zu gehen.

Ob sie es am Ende tatsächlich alle auf die Kalmit schaffen? Uwe Lang zuckt mit den Schultern. Die Motivation stimme jedenfalls. Und das lila-türkisene Klapprad im Vereinsheim ist längst nicht das einzige, das bis September noch umgebaut wird.

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