Frankenthal „Mit den Jahren wurden die OP-Techniken verbessert“
Deutschland zählt zu den Ländern mit der höchsten Kaiserschnittrate in Europa, fast jedes dritte Kind kommt somit per OP auf die Welt. Welche Gründe für einen Kaiserschnitt sprechen und wie die Operation abläuft, darüber referiert Elke Cramer, Oberärztin der Abteilung Gynäkologie, am heutigen Mittwoch um 18 Uhr in der Personalcafeteria der Stadtklinik.
Die Kaiserschnittrate ist bei uns in den letzten Jahren relativ konstant und liegt bei 32 Prozent. Damit entspricht sie genau dem Bundesdurchschnitt. Laut einer Untersuchung, die in den Neunzigern gestartet wurde, ist die Kaiserschnittrate seit damals um 17 Prozent gestiegen. Welches sind denn die Gründe für einen Kaiserschnitt? Da gibt es X Varianten. Bei rund zehn Prozent handelt es sich um absolute Indikationen, das heißt, ein Kaiserschnitt sollte auf jeden Fall durchgeführt werden. Gründe hierfür sind beispielsweise ein Gebärmutterriss, eine Fehlbildung des Beckens, eine Querlage oder Sauerstoffunterversorgung des Kindes. Bei 90 Prozent der Kaiserschnitte besteht eine relative Indikation, es muss also nicht unbedingt ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Ursachen können sein, dass die Mütter erst spät gebären, dass aufgrund einer Schwangerschaftsdiabetes ein großes Kind zu erwarten ist oder dass vielleicht eine vorangegangene Geburt schwierig verlaufen ist. Der Kaiserschnitt ist einfach sehr ungefährlich geworden, weshalb er heute eher durchgeführt wird als früher. Was meinen Sie damit, dass der Kaiserschnitt weniger gefährlich ist als früher? Mit den Jahren wurden die Operationstechniken und die Versorgung verbessert. Es gibt weniger Infektionen, eine gute Antibiotika-Therapie, mehr Teilnarkosen und Thrombosevorsorge. Nun gibt es ja auch absolute Wunschkaiserschnitte. Welches sind dafür mögliche Gründe? Gründe sind zum Beispiel, dass das Kind ein bestimmtes Sternzeichen haben soll, der Mann sich zum errechneten Geburtstermin im Ausland befindet oder die Mutter einfach Angst vor Schmerzen oder Kontrollverlust hat. Wie stehen Sie zu einem Kaiserschnitt, der nicht unbedingt sein muss? Ich kann keiner Mutter eine perfekte Geburt versprechen, von daher habe ich kein Problem damit, wenn jemand einen Kaiserschnitt will. In Ihrem Vortrag sprechen Sie von Neuerungen rund um den Kaiserschnitt. Können Sie diese kurz spezifizieren? Ich werde den sogenannten sanften Kaiserschnitt beschreiben, bei dem nur die Haut geschnitten und der Rest gedehnt wird, wodurch weniger Blutungen entstehen. Außerdem wird es darum gehen, dass wir in der Stadtklinik die Babys direkt nach dem Kaiserschnitt der Mutter mithilfe einer Binde auf die Brust binden, sodass sie wie die Mutter im Operationssaal bleiben. Dieses Vorgehen ist noch nicht in allen Kliniken etabliert. Termin Vortrag „Sectio caesarea – Wissenswertes und Neuerungen rund um den Kaiserschnitt“, heute, Mittwoch, 18 Uhr, in der Personalcafeteria der Stadtklinik Frankenthal. Der Eintritt ist frei. |kae