FRANKENTHAL
Mehrgenerationenhaus kann auf weitere Bundesmittel hoffen
Das aktuelle „Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus“ war vom Familienministerium in Berlin 2017 aufgelegt worden; es umfasst 540 Häuser bundesweit und endet mit dem Abschluss des laufenden Jahres. Dass die Stadt Frankenthal auch in diesem Jahr wieder einen Bundeszuschuss von 30.000 Euro in Anspruch nehmen will, hat nach den Fachausschüssen auch der Stadtrat in seiner Mai-Sitzung einstimmig gebilligt. Der entsprechende Antrag sei gestellt, heißt es in der Beschlussdrucksache dazu.
Mittlerweile ist klar, dass der Bund bereit ist, auch darüber hinaus Zuschüsse zu geben: „Auf Antrag wird die Förderung aller im laufenden Bundesprogramm geförderten Häuser ab dem 1. Januar 2021 im neuen ,Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander’ fortgeführt.“ Das hat auf RHEINPFALZ-Anfrage das für das Thema zuständige Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln mitgeteilt.
Förderung seit 2006
Zeitlich begrenzte Zuschussprogramme des Bundesfamilienministeriums für dieses Thema gibt es seit November 2006. Sie sind mit inhaltlichen Richtlinien verbunden. So ist beim laufenden Programm festgeschrieben, dass „die Gestaltung des demografischen Wandels“ in den geförderten Häusern aufgegriffen werden muss. Generationenübergreifende Arbeit und Förderung von freiwilligem Engagement gehören zu den Querschnittszielen, für die sich Mehrgenerationenhäuser einsetzen sollen.
Nach Angaben des Kölner Bundesamtes ist für den Zeitraum ab 2021 vorgesehen, „erstmals in der Programmgeschichte die Mehrgenerationenhäuser über eine Laufzeit von acht Jahren zu fördern“. Das teilte Christoph Krause, Referent der Behörde, mit. Für 2021 soll es Zuschüsse in Höhe von jeweils 40.000 Euro geben. Wie bisher sind diese an eine Kofinanzierung gekoppelt. Das heißt: Von der Kommune, in der das Haus steht, und/oder dem Land müssen jeweils 10.000 Euro für den Betrieb dazu gegeben werden. Welche Höhe der Bundeszuschuss in den Folgejahren haben werde, könne man derzeit noch nicht sagen, erklärt das Bundesamt.
Eröffnung mit von der Leyen
Das Frankenthaler Mehrgenerationenhaus, neben dem in Neustadt das erste in der Pfalz, wurde im Mai 2007 eröffnet. Die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) nahm an der Einweihungsfeier teil. Die neuen Angebote wurden so gut angenommen, dass die Stadt die Räume noch im ersten Betriebsjahr deutlich erweitern musste.
Heute beackert das von Koordinatorin Doris Besel geführte Mehrgenerationenhaus mit seinem Team ein breites Themenfeld: Von Beratungsangeboten für Beruf und Familie über Eltern-Kinder-Treffs bis zu Kreativkreisen reichen die Aktivitäten. Dabei wird mit vielen Partnern zusammengearbeitet.
Arbeit fortsetzen
Die Bundeszuschüsse sind zur Finanzierung wichtig. Gleichwohl bleibt bei Personal- und Betriebskosten unterm Strich ein erheblicher Eigenanteil, den die Stadt Frankenthal zu übernehmen hat. Xenia Schandin, Pressesprecherin der Stadt, nannte auf Anfrage dazu Zahlen. So lag der Gesamtaufwand nach ihren Angaben 2018 bei rund 151.000 Euro. Nach dem vorläufigen Rechnungsabschluss blieben ungedeckte Kosten von rund 100.000 Euro. 2019 lag der Kostenaufwand bei rund 181.000 Euro; der Fehlbetrag erreichte 134.000 Euro. Für 2020 plant die Stadt mit einem Gesamtaufwand von rund 168.000 und einem erwarteten Fehlbetrag von 116.000 Euro.
Die Arbeit des Mehrgenerationenhauses habe „sich bewährt“, erklärte Schandin. Die Stadt wolle sie fortsetzen. Das Zusammenleben mehrerer Generationen werde „in Zukunft verstärkt Thema sein“.