FRANKENTHAL RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Platz für Urnengräber

In diesem Bereich des Hauptfriedhofs ist die neue Grabanlage geplant.
In diesem Bereich des Hauptfriedhofs ist die neue Grabanlage geplant.

350 Urnengräber für jeweils zwei Urnen auf einer Fläche von etwa 800 Quadratmetern sieht die Planung eines Landschaftsarchitekten für den Hauptfriedhof vor. Der Betriebsausschuss hat sie einstimmig gebilligt.

Die Anlage in der Nähe des Staudentals ist mit Kosten von knapp 100.000 Euro veranschlagt und soll bis Mitte des Jahres fertiggestellt sein. „Damit wird der erste Schritt unserer Perspektivplanung umgesetzt“, führte Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) in der Sitzung aus. Derzeit gebe es nur noch wenige Plätze für Urnengräber.

Im Mittelpunkt der Anlage entsteht eine Ablagefläche mit Sitzblöcken, die auch als Begegnungsstätte dient. Die Gräber rund um die Andachtsfläche liegen – bedingt durch eine Böschung – etwa auf Kniehöhe. Sie werden mit Granitplatten (30 auf 30 Zentimeter) verortet. Bepflanzt wird die Anlage mit Kleinsträuchern, Stauden und Gräsern.

Grabkosten rund 500 Euro

In das Konzept integriert werden sollen zwei Bäume für naturnahe Bestattungen. „Wir wollen mit diesem neuen Angebot eine Lücke schließen“, betonte Knöppel. Gedacht sei an Urnenröhrensysteme, die im Erdboden eingebaut würden. Am Wegrand könnten auf kleinen Steinen mit Messingplatten die Namen der Verstorbenen aufgeführt werden. Voraussichtliche Kosten für ein solches Grab: rund 500 Euro.

Adolf-José König (SPD) sprach von einem optisch gut gestalteten Entwurf. Die Tendenz gehe eindeutig zu pflegefreien Grabstätten. Heike Haselmaier (CDU) wies darauf hin, dass sich bei den Urnengräbern der Blick auch auf die Vorortfriedhöfe richten müsse. Auf die Frage von Anne Gauch (Grüne/Offene Liste), wie lange mit der neuen Gemeinschaftsanlage der Bedarf gedeckt werden könne, nannte Abteilungsleiterin Marietta Mayer einen Zeitraum von zwei bis zweieinhalb Jahren.

Etwas weniger Bestattungen

Obwohl im November und Dezember 2020 in Frankenthal deutlich mehr Menschen gestorben sind als im Vorjahreszeitraum – was für die Verwaltung allerdings nicht Corona-bedingt ist –, ging die Gesamtzahl der Bestattungen von 528 (2019) auf 501 (2020) zurück. Teilweise wird diese Entwicklung auf eine Abwanderung in den Ruheforst/Friedwald zurückgeführt. Bis Ende des Jahres wolle der EWF eine ähnliche Bestattungsform anbieten, kündigte Bürgermeister Knöppel an. Außerdem sei für 2022 eine weitere Gemeinschaftsanlage für Sargbeisetzungen in pflegefreien Gräbern geplant.

Laut der im Betriebsausschuss vorgelegten Statistik ist der Anteil an Urnenbestattungen von 70,3 auf 75,6 Prozent gestiegen, wobei dieser Trend auch in den Vororten – speziell in Studernheim – deutlich zu spüren ist. Da für viele Angehörige der Pflegefaktor eine entscheidende Rolle spielt, werden inzwischen 53 Prozent aller Urnen in pflegefreien Gemeinschaftsanlagen beigesetzt. Auf den erheblichen Mehraufwand will der EWF mit einer eigenen Kolonne für Grünpflege reagieren.

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