Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Mediziner über Corona-Folgen: „Kinder erholen sich schnell“

Kinderarzt und Wissenschaftler: Michael Eichinger
Kinderarzt und Wissenschaftler: Michael Eichinger

Der Kinder- und Jugendarzt Michael Eichinger hat zuletzt als Assistenzarzt auf der Kinderonkologie am Uniklinikum Mannheim gearbeitet. Aktuell forscht der 33-jährige Österreicher zur medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie. Im Interview spricht er darüber, wie schnell sich Kinder von den Corona-Folgen erholen können.

Was macht Ihnen gerade Sorgen mit Blick auf die seelische Gesundheit von Kindern?
Die Kinder, die besonders vulnerabel sind, deren Eltern beispielsweise eine psychische Erkrankung haben oder von Arbeitsplatzverlust belastet sind. Auch Medienkonsum ist ein Faktor für seelische Gesundheit. Die Frage ist, ob es gelingt, nach der Pandemie die Schraube zurückzudrehen, damit das Leben wieder mehr in der Realität stattfindet.

Gibt es auch Dinge, die Ihnen Mut machen?
Absolut. In meiner Arbeit in der Klinik erlebe ich jeden Tag, dass Kinder eine unheimliche Gabe haben, sich sehr, sehr schnell von Belastungen erholen – wenn die richtigen Rahmenbedingungen da sind. Viel schneller, als das Erwachsene tun.

Welche Rolle kann Schule bei diesen Rahmenbedingungen spielen?
Raum bieten für Belastungen, aber auch für das, was schön ist. Eine Schulgemeinschaft kann zusammen überlegen, wie man psychische Widerstandskräfte stärkt und Belastungsfaktoren abschwächt. Neben den Dingen, die man nicht ändern kann, etwa den Lockdown an sich, gibt es eine Menge an Aspekten, die man, wenn man hellhörig aufeinander zugeht, gut bearbeiten kann. Das Projekt Karolinen-Gymnasium könnte hier beispielgebend sein.

Zur Person

Der Kinder- und Jugendarzt Michael Eichinger hat zuletzt als Assistenzarzt auf der Kinderonkologie am Universitätsklinikum Mannheim gearbeitet. Aktuell forscht der 33-jährige Österreicher zur medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie. In dieser Zeit seien beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen und Impftermine weniger wahrgenommen worden.

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