Motorsport
Marvin Dienst holt Doppelsieg im Prototype Cup Germany
„Besser hätte es nicht laufen können, und ich glaube, wir haben beim Setup des Autos sogar noch etwas Luft nach oben.“ So fasste Dienst seine Eindrücke vom Wochenende zusammen. Gerade mal zwei Tage hatten Team und Fahrer bis zum ersten Lauf am Samstag Zeit, um sich auf den Ligier JS P320 der Klasse LMP3 (Le Mans Prototype) einzustellen. Das ist der Toksport-Truppe aus der Eifelgemeinde Quiddelbach gelungen. Bereits am Freitag standen die Qualifyings für die beiden jeweils 50-minütigen Sprintrennen an. Berkay Besler holte für das Samstagsrennen den zweiten Startplatz heraus, Dienst erzielte das gleiche Ergebnis für den Lauf am Sonntag und war sogar noch eine halbe Sekunde schneller als sein türkischer Teamkollege.
„Das Auto lief auch in den Rennen vom Start weg hervorragend“, sagte Dienst, der seit vielen Jahren auch für das Team Schütz Motorsport aus Bobenheim-Roxheim im Einsatz ist. Wobei Besler im Startgetümmel in der Kurve La Source von Inter-Europol-Pilot Damian Ciosek überholt wurde. Den Rückstand auf Position zwei hielt er bis zum Pflichtstopp kurz. Nach dem Fahrerwechsel gelang Dienst der Coup: Zunächst schnappte er sich den zweitplatzierten Markenkollegen Eike Angermayr (Reiter Engineering), dann überrumpelte er beim Re-Start nach einer Full-Course-Yellow-Phase Torsten Kratz im führenden Monschau-Duqueine. „Ich wollte schnell an Torsten vorbei, bevor er sich wieder ans Renntempo gewöhnt“, verriet der Lampertheimer, der sich schnell absetzte und nach 50 Minuten plus einer Runde neun Sekunden vor Kratz lag.
Nur noch eine Rennrunde
Viel Zeit zum Fahren bekam Dienst am Sonntag nicht. Dabei hatte er den ersten Startplatz von Duqueine-Pilot Matt Bell geerbt. Dessen Team Nielsen Racing hatte nach einem Unfall am Samstag das Auto wechseln müssen und wurde deshalb strafversetzt. Dienst blieb beim Start vorn, doch nach einem Crash wurde der Lauf fast 20 Minuten lang unterbrochen. „Danach blieb mir gerade mal noch eine Rennrunde“, bedauerte er.
Aufgrund des Silberstatus ihrer Piloten hat die Toksport-Truppe eine längere Plichtstandzeit beim Boxenstopp als viele Konkurrenten. Trotzdem verteidigten sie beim Fahrerwechsel die Führung. „Berkay hat danach einen guten Job gemacht und das Rennen sauber zu Ende gefahren“, lobte Dienst. Der Türke wurde mit einem Vorsprung von mehr als elf Sekunden vor dem Zweiten Ciosek abgewunken.
Für Marvin Dienst, der seit vielen Jahren Rennen in GT3-Fahrzeugen bestreitet, war es der erste Einsatz in einem Prototypen. Von den LMP3-Boliden, die von einem 455 PS starken Einheitsmotor von Nissan angetrieben werden, ist er begeistert: „Die Autos sind anspruchsvoll zu fahren. Sie haben viel mehr Abtrieb als die GT3-Rennwagen, was vor allem in schnellen Kurven weitaus höhere Geschwindigkeiten erlaubt. Und der V8 im Heck bollert brutal.“
Maximale Ausbeute
Im Team habe man schon das Ziel gehabt, vorne dabei zu sein, erläuterte Dienst. „Dass es am Ende ein Doppelsieg wurde, ist natürlich umso schöner.“ Die maximale Punkteausbeute zum Auftakt könnte sich am Ende noch als wertvoll erweisen: Es gibt ja nur insgesamt acht Rennen an vier Wochenenden.“ Als nächstes stehen am 16. und 17. Juli die beiden Läufe auf dem Nürburgring an.
Dienst hofft, dass dann auch mehr Autos am Start sein werden als in Spa. Zum Auftakt waren nur elf LMP3-Fahrzeuge von drei Herstellern am Start: fünf Duqueine, zwei Ginetta und vier Ligier. „Es sind mehr Teams eingeschrieben, viele sind am Wochenende wegen Terminüberschneidungen mit anderen Serien aber nicht gekommen“, berichtete Dienst.