Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Marvin Dienst als Entwicklungsfahrer gefragt

In Oschersleben landete der W&S-Porsche auf den hinteren Plätzen. Marvin Dienst soll ihm nun auf die Sprünge helfen.
In Oschersleben landete der W&S-Porsche auf den hinteren Plätzen. Marvin Dienst soll ihm nun auf die Sprünge helfen.

Rennfahrer Marvin Dienst gibt am Wochenende sein Comeback in der Serie ADAC GT4 Germany. Auf dem Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg steuert er einen Porsche 718 Cayman GT4 MR des Teams W&S Motorsport. Und der hat eine ganz besondere Lenktechnik.

Marvin Dienst, der seit vielen Jahren für das Team Schütz Motorsport aus Bobenheim-Roxheim in verschiedenen Serien ins Lenkrad greift, ist in diesen Tagen auch als Entwicklungsfahrer gefragt. Denn die W&S-Mannschaft aus Ofterdingen hat eine Kooperation mit dem Automobilzulieferer Schaeffler Paravan und bestreitet die Renneinsätze mit einem Versuchsfahrzeug mit dem Space Drive System. Die Technik hinter dem System von Schaeffler Paravan nennt sich Steer by wire. Dabei entfällt die klassische Lenksäule. Es gibt keine mechanische Verbindung mehr zwischen Steuerrad und Lenkgetriebe. Die Lenkbefehle werden von einem Sensor über ein Steuergerät rein elektrisch zu einem elektromechanischen Aktuator weitergeleitet, der diese dann ausführt.

Die Truppe und auch das Auto kennt Dienst gut. Im vergangenen Jahr bestritt er für die Schwaben das 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife. W&S war das erste Team, das den Langstreckenklassiker erfolgreich mit einem Auto ohne Lenksäule beendet hat. Nun soll mit dem speziellen Porsche in der Serie ADAC GT4 Germany eine ganze Motorsportsaison absolviert werden.

Durchwachsener Saisonstart

Der Rundenauftakt in Oschersleben Mitte Mai verlief durchwachsen. In den ersten beiden Läufen des Jahres landeten die W&S-Piloten Finn Zulauf und Max Kronberg in den einstündigen Sprintrennen auf dem 19. und 18. Platz. Nun soll der erfahrene GT3-Pilot Marvin Dienst, der am Wochenende für den verhinderten Zulauf einspringt, bei der Einstellung des Wagens auf dem Red-Bull-Ring helfen und Gentlemanfahrer Kronberg unterstützen. „Das kenne ich ja aus den vergangenen beiden Jahren von meinen GT4-Einsätzen bei Schütz Motorsport“, sagt Dienst.

Der Lampertheimer, der bei W&S auch im Oktober auf dem Sachsenring einspringen soll, freut sich auf die Rennen am Samstag und Sonntag (jeweils ab 16 Uhr). „Die ADAC GT4 Germany ist eine gute Serie mit guten Autos.“ Als gestandener GT3-Pilot ist er natürlich auch ehrgeizig. Er selbst wolle Zeiten in den Top drei herausfahren, so Dienst. Im freien Training ist das schon mal gelungen: Am Freitag erzielte er mit 1:38,798 Minuten die drittschnellste Zeit.

Kein großer Druck

Der 4,3 Kilometer lange Red-Bull-Ring habe zwar kein allzu schwieriges Streckenlayout, dafür aber auch vergleichsweise wenige Richtungswechsel, erläutert Dienst. „Eigentlich gibt es nur sieben richtige Kurven. Wenn man auch nur eine davon nicht hundertprozentig trifft, verliert man massiv Zeit.“

Großen Druck verspürt der 24-Jährige aber nicht. Eine bestimmte Position im Gesamtklassement habe sich das Team als Saisonziel nicht gesetzt, berichtet Dienst. „Im Vordergrund steht weiterhin die Erprobung der revolutionären Lenktechnik unter Rennbedingungen.“

x