Frankenthal „Man muss gut bezahlen“

Die IG Metall möchte sich verstärkt ums Handwerk kümmern. Das haben die Redner bei der gemeinsamen Delegiertenversammlung der Geschäftsstellen Neustadt, Kaiserslautern und Ludwigshafen-Frankenthal in Neustadt bekräftigt. Gemeinsam vertreten sie 34.000 Gewerkschaftsmitglieder.
Ziel sei es, die Arbeitsbedingungen, Tarifbindung und betriebliche Mitbestimmung im pfälzischen Handwerk zu verbessern. „Das Handwerk konkurriert mit den Industriebetrieben um Fachkräfte. Wer gute Leute haben will, muss daher gut bezahlen und faire Arbeitsbedingungen bieten. Die flächendeckende Anwendung und Einhaltung von Tarifverträgen kann die Position des Handwerks im Wettbewerb um Fachkräfte nur stärken“, erklärte Ralf Köhler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Neustadt. Michael Detjen, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Kaiserslautern, berichtete aus der Praxis, „dass die Arbeitsbedingungen in Handwerksbetrieben der Region häufig nicht den tariflichen Standards entsprechen“. So sei die Bezahlung oft untertariflich und werde zudem nicht regelmäßig nach oben angepasst. Auch beim Urlaubsanspruch von in der Regel 30 Tagen gebe es viele Defizite, so Detjen. „Ein Tarifvertrag, der angewendet wird, garantiert den Kollegen im Handwerk faire Arbeitsbedingungen und macht den Arbeitgeber Handwerk attraktiv – auch im Vergleich zur Industriekonkurrenz“, unterstrich Günter Hoetzl, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal. Die IG Metall wolle die Mitarbeiter im Handwerk „ermutigen, ihre betriebliche Mitbestimmung zu nutzen und Betriebsräte zu wählen“. Denn das sei schon ab fünf Beschäftigten möglich. Betriebsräte seien auch deshalb wichtig, weil die Gewerkschaften so an Informationen kommen und auf dieser Basis handeln könnten. Hoetzl: „Wir wissen, dass in Handwerksbetrieben, in denen es einen Betriebsrat gibt, deutlich häufiger tarifliche Standards eingehalten werden.“ Die IG Metall organisiert Beschäftigte unter anderem in den Handwerksbrachen Elektro, Kfz und Metallbau sowie in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und in der technischen Gebäudeausrüstung. Im Bereich der Handwerkskammer Pfalz arbeiten 52.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.