Frankenthal Maerz rettet einen Punkt

FRANKENTHAL. Nachdem der erste Anlauf beim Stand von 3:1 wegen eines Gewitters abgebrochen wurde, musste sich Fußball-Landesligist VfR Frankenthal (5.) am Donnerstagabend im Wiederholungsspiel mit einem 1:1 (0:1) gegen Hassia Bingen (12.) begnügen. Schon morgen, 16 Uhr, geht es im letzten Heimspiel der Saison gegen den Tabellenzweiten Phönix Schifferstadt.
Die Mannschaft von Trainer Mathias Krauß musste für das Nachholspiel erneut deutlich umgestellt werden. Es galt, den gesperrten Ramazan Öztürk und den verletzten Florian Kaiser zu ersetzen. So spielte Krauß wie schon gegen Kandel selbst, während der A-Jugendliche Pascal Renner von Beginn an spielte und eine solide, wenn auch nicht immer glückliche Leistung brachte. „Man muss sich überlegen, was die jungen Spieler unter dieser Doppelbelastung leisten. Dass da nicht immer alles klappt, ist logisch. Ich habe wirklich großen Respekt vor solchem Einsatz für den Verein“, betonte Krauß. Die Gäste bemühten sich früh, Druck aufzubauen, während der VfR nur mühsam ins Spiel fand. So hatte Bingen nach sieben Minuten aufgrund eines Abstimmungsfehlers in der Frankenthaler Abwehr die erste Möglichkeit. Die darauffolgende Ecke führte ebenfalls zu einem Schuss, der im letzten Moment abgeblockt wurde. Im Gegenzug kamen dann auch die Platzherren zum ersten gelungenen Konter: Lukas Leideck testete Bingens Torwart Pascal Eder mit einem satten Schuss. In der Folge gestaltete sich das Spiel relativ ausgeglichen mit leichten Vorteilen für die Gäste. Nach 18 Minuten hätten die Binger in Führung gehen müssen, doch nachdem Seybou Sidibe den Ball perfekt vorgelegt hatte, scheiterte der Abschluss aus knapp zehn Metern an einem schwachen Schuss und der schnellen Reaktion von VfR-Schlussmann Niklas Wiegand. Frankenthal hingegen blieb oft kurz vor dem Strafraum hängen. In der 32. Minute musste auch noch Patrick Corell verletzungsbedingt raus. „Ich hoffe, es ist nichts Schlimmeres. Wir haben im Moment wirklich genug Verletzte“, so Krauß. Die 37. Minute brachte den Rückstand, der sich zuvor schon angedeutet hatte: Die VfR-Abwehr konnte nicht konsequent klären. Bei einem Abstimmungsfehler war dann Alexandru Baltateanu zur Stelle und schob zum 0:1 ein. Fast hätte Frankenthal unmittelbar darauf geantwortet. Doch Hassia-Keeper Eder verhinderte mit einer starken Parade bei einem Kopfball von Nedjat Hajra aus kürzester Distanz den Ausgleich. Nach der Pause agierte der VfR offensiver und verließ sich nicht mehr hauptsächlich auf Konter. In der 52. Minute hatten die Gastgeber durch einen guten Schuss von Uwe Rebholz nach langer Zeit wieder eine gefährliche Torraumszene. Insgesamt taten sich die Frankenthaler aber weiterhin schwer, aus ihren Feldvorteilen gute Möglichkeiten zu erspielen. Viel ging über die rechte Seite und den für Corell eingewechselten Timur Karais, doch die daraus resultierenden Flanken fanden keinen Abnehmer. Gleichzeitig bot sich durch die offensivere Spielweise mehr Raum zum Kontern für die Gäste. Die machten allerdings deutlich, warum sie eher hinten der Tabelle stehen und verspielten aussichtsreiche Situationen leichtfertig. In den letzten zehn Minuten warf der VfR noch einmal alles nach vorne, und in der 87. Minute fand eine Flanke von Karais doch noch den Kopf des kurz zuvor eingewechselten Marvin Maerz – 1:1. Plötzlich wackelte Bingen und Frankenthal stand kurz vor dem 2:1, doch die Gäste brachten das Unentschieden über die Zeit. „Mit der ersten Hälfte bin ich nicht wirklich zufrieden. Wir wollten eigentlich wie gegen Kandel tief stehen, aber das hat nicht geklappt“, meinte Krauß. „In der zweiten Halbzeit haben wir dann aber eine Reaktion gezeigt, und ich war positiv überrascht, wie gut die Mannschaft die Vorgaben noch umgesetzt hat.“ Insgesamt gab er sich mit dem Ergebnis zufrieden. Daher ist er im Hinblick auf die morgige Partie gegen Schifferstadt zuversichtlich. „Es ist ein Heimspiel, und bei den letzten vier Halbzeiten waren zwei wirklich gute dabei. Wenn wir es schaffen, die zu kombinieren, dann müssen wir uns gegen Schifferstadt nicht verstecken. Wir müssen nicht gewinnen, aber wir wollen uns gut präsentieren.“ (jal)