Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Louisa Werner zwischen Bundesliga-Alltag und WM-Traum

Louisa Werner wurde bei der EM im letzten Jahr nach dem Platzierungsspiel gegen Schweden zum Player of the Match gewählt.
Louisa Werner wurde bei der EM im letzten Jahr nach dem Platzierungsspiel gegen Schweden zum Player of the Match gewählt.

Drei Länderspiele, kurze Wege, viel Prestige: Louisa Werner aus Dirmstein erlebt den Formcheck gegen Frankreich fast vor der Haustür. Im Fokus steht der Kampf um WM-Plätze.

Trainingslager und drei Länderspiele gegen Frankreich – die weibliche U18-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes trifft sich im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks von Samstag, 6. April, bis Freitag, 12. April, in Ludwigshafen. Mittendrin ist die Dirmsteinerin Louisa Werner, die nun schon die zweite Saison in der Jugend-Bundesliga bei der HSG Blomberg-Lippe spielt.

Louisa Werner betont, dass sie sich auf die Spiele in Ludwigshafen freue: „Es ist toll, dass das in Ludwigshafen stattfindet.“ Besonders begeistert sei sie, weil es ein kurzer Weg für sie sei und ihre Familie und viele Freunde die Gelegenheit hätten, dabei zu sein. Über die Osterfeiertage sei sie noch zu Hause in Dirmstein, bevor es am Montag dann zum Nationalteam nach Ludwigshafen gehe. Das DFJW fördere den Austausch zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich, erklärt sie. Regelmäßig fänden im Rahmen dieser Initiative verschiedene sportliche Maßnahmen statt.

Im Sommer 2024 zog Louisa Werner nach Ostwestfalen, um an der Handballakademie des Damen-Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe ihren Traum vom hochklassigen Handball zu verwirklichen. Ihre handballerische Laufbahn begann sie bei der HSG Eckbachtal. „Es geht mir gut“, erzählt sie mit einem Lächeln und fügt hinzu: „Mittlerweile bin ich gut angekommen.“ Das erste Jahr sei aufregend und voller neuer Herausforderungen gewesen. Für eine 15-Jährige sei es nicht leicht, so weit von zu Hause wegzuziehen und sich in einem Internat einzuleben. Anfangs sei es hart gewesen, räumt sie ein, aber da insgesamt fünf neue Spielerinnen in die Mannschaft kamen, habe sie sich nicht allein gefühlt. Auch ihre direkte Mitbewohnerin sei neu gewesen, was den Einstieg erleichtert habe.

Sportlich läuft es für Louisa Werner ebenfalls gut. In der Meisterrunde der A-Jugend-Bundesliga belegte die HSG Blomberg-Lippe den dritten Platz und qualifizierte sich damit für das Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft. „Es ist natürlich schade, dass es fürs Halbfinale leider knapp nicht gereicht hat“, sagt sie. Nach einer Drei-Tore-Niederlage gegen die HSG Stuttgart-Metzingen im Hinspiel habe ihr Team im Rückspiel zwar zwischenzeitlich mit den nötigen vier Toren Vorsprung geführt, letztlich sei der Sieg mit nur einem Treffer Unterschied aber nicht ausreichend gewesen. Dennoch sei die Saison für sie noch nicht beendet, da die jungen Spielerinnen in der zweiten Damenmannschaft in der Dritten Liga eingesetzt würden. Diese spiele noch bis Ende April und belege derzeit einen Mittelfeldplatz in der Nord-Gruppe.

Die drei Spiele im Rahmen der DFJW-Maßnahme in der Woche nach Ostern seien für das Trainerteam um Bundestrainer Gino Smits eine weitere Standortbestimmung auf dem Weg zum Sommer. Frankreich biete dabei eine hochkarätige Herausforderung, heißt es in den Mitteilungen des DHB. Im Juni stünden weitere Testspiele an, bevor es anschließend zur U18-Weltmeisterschaft nach Montenegro gehe. Die Französinnen, die 2023 Weltmeisterinnen wurden und bei der letzten WM in Deutschland und den Niederlanden den dritten Platz belegten, gehörten zur Weltelite im Damen-Handball. Auch im Nachwuchsbereich sei das Niveau hoch, erinnert sich Louisa Werner an den Austausch im vergangenen Jahr in Frankreich. „Es waren Spiele auf Augenhöhe“, berichtet sie von spannenden Begegnungen gegen starke Gegnerinnen.

In dieser Woche gehe es für Louisa und ihre Teamkolleginnen darum, ihr Können zu zeigen, um sich für den WM-Kader zu empfehlen. „Wir sind vier Torhüterinnen, und nur zwei können dabei sein“, erklärt sie. Natürlich würde sie gerne eine von ihnen sein. Bei der WM im vergangenen Jahr sei sie nicht dabei gewesen, dafür habe sie jedoch bei der Europameisterschaft und den European Open in Schweden gespielt. Sollte es in diesem Jahr nicht klappen mit der WM-Teilnahme, habe sie immerhin eine Art Trostpflaster: „Dann habe ich im Sommer die Möglichkeit, die Bundesliga-Vorbereitung mitzumachen. Das wäre auch sehr spannend.“ Der Kontakt zur ersten Mannschaft bestehe in Blomberg bereits. „Wir trainieren oft vor der ersten Mannschaft“, erzählt sie und fügt hinzu, dass Spielerinnen nach Verletzungen häufig mit der zweiten Mannschaft trainieren, um wieder reinzukommen. Auch die Jüngeren hätten hin und wieder die Gelegenheit, bei der Ersten mitzumachen.

Der Austausch des DFJW findet von Samstag, 6. April, bis Freitag, 12. April, in Ludwigshafen statt. Das Spiel am 8. April wird um 19 Uhr im Schulzentrum Mundenheim stattfinden: Am 10. April wird um 17.30 Uhr in der Friedrich-Ebert-Halle Ludwigshafen gespielt, und am 11. April, um 16 Uhr in der Löwensteinhalle Albersweiler.

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