Frankenthal Kraftakt für die internationalen Gäste

Seit zehn Jahren sozusagen die Außenministerin der Stadtverwaltung: Bürgerdienst-Chefin Judith Veth.
Seit zehn Jahren sozusagen die Außenministerin der Stadtverwaltung: Bürgerdienst-Chefin Judith Veth.

Es war ein gewaltiger organisatorischer Kraftakt, den sie in den zurückliegenden Wochen zu bewältigen hatte: Judith Veth, im Rathaus für die Städtepartnerschaften verantwortlich, ist auch an diesem Wochenende fast rund um die Uhr im Einsatz, um die Delegationen aus Colombes, Strausberg, Sopot und Rosolini, die anlässlich des Bürgerempfangs in Frankenthal weilen, zu betreuen und ihnen den Aufenthalt in der Pfalz möglichst interessant zu gestalten.

„Mit den ersten Vorbereitungen haben wir nach den Sommerferien begonnen“, berichtet Judith Veth im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die Ideen und Wünsche aus den Partnerstädten seien bei der Zusammenstellung des Programms berücksichtigt worden. So habe die Verwaltung für die französischen und italienischen Gäste eine gemeinsame Betriebsbesichtigung bei der BASF und einen Besuch in Heidelberg organisiert. Die Abordnung aus Rosolini schaue sich in der Musikschule und Stadtbücherei um. Außerdem seien ein Treffen mit Landsleuten aus Sizilien und ein Abstecher zur „Karoline“-Ausstellung im Erkenbert-Museum arrangiert worden. Die Franzosen machen eine Stippvisite beim Bronzekünstler Erich Sauer und im Kunsthaus, während die Partner aus Strausberg und Sopot das Geo-Informationssystem der Stadt kennenlernen wollen. „Jede der Partnerstädte hat ihre besonderen Reize“, ist sich Judith Veth sicher. Die engagierte Beamtin leitet nicht nur den Bürgerservice, sondern sorgt seit nunmehr zehn Jahren auch dafür, dass die Städtepartnerschaften florieren und immer neue Impulse erhalten. „Besonders interessant sind für mich die unterschiedlichen Strukturen und Arbeitsweisen der jeweiligen Verwaltung“, erklärt sie. Mittlerweile seien vielfach freundschaftliche Beziehungen entstanden. Auch wenn Judith Veth ihre Besuche in den Partnerstädten nicht mehr zählen kann, an einen erinnert sie sich noch sehr genau. Es war 1993, als sie während ihrer Ausbildung beim Hauptamt die Frankenthaler Delegation anlässlich des 35-jährigen Bestehens der Jumelage erstmals nach Colombes begleiten durfte. „Ein beeindruckendes Erlebnis.“ Ihre exzellenten Sprachkenntnisse – auch dank Leistungskurs Französisch – hatten sich bei der Verwaltung herumgesprochen. Mit den anderen Partnerstädten läuft die Kommunikation ebenfalls bestens. In Sopot kommt Judith Veth der glückliche Umstand zugute, dass ihre polnische Kollegin Deutsch spricht. „Ansonsten klappt es auch mit Englisch hervorragend.“ Bei Rosolini freilich steht die 46-Jährige vor einer neuen Herausforderung. Des Italienischen (noch) nicht mächtig, behilft sie sich mit „Google translate“. Auch auf die Dolmetscherdienste von Daniela Sabia, einer jungen Mitarbeiterin beim EWF, kann sie zurückgreifen – beispielsweise heute beim Bürgerempfang. Ausdrücklich begrüßt Judith Veth, dass die Partnerschaften zwischen den Verwaltungen in den letzten Jahren auf die fachliche Ebene ausgeweitet worden sind. Als Beispiele nannte sie die Vorstellung des Frankenthaler Integrationskonzepts bei einer Konferenz in Sopot und den regen Austausch des Vollzugsdienstes, insbesondere zum Thema Cybergewalt. Intensiv seien auch die Kontakte der Feuerwehr. Um den Partnerschaftsgedanken bei den nachfolgenden Generationen wachzuhalten, findet sie es wichtig, die Azubis in den Verwaltungen einzubinden und den Jugendaustausch zu intensivieren. Gefördert werden darüber hinaus die Kontakte auf Vereinsebene. Judith Veth verweist auf die Informationsblätter, die bei der jüngsten Vereinskonferenz verteilt worden seien. Passende Partner zu finden, gestalte sich nicht immer ganz einfach. Dies gelte insbesondere für das fasnachtliche Brauchtum, mit dem die Partnerstädte nicht dienen könnten.

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