Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Kooperation mit Aldi: Kombi-Kita hoch im Kurs

Der Handelskonzern Aldi möchte seinen bestehenden Markt in der Daniel-Bechtel-Straße durch einen größeren Neubau ersetzen.
Der Handelskonzern Aldi möchte seinen bestehenden Markt in der Daniel-Bechtel-Straße durch einen größeren Neubau ersetzen.

Dass der Bau der zwei am Ostpark geplanten Kindertagesstätten losgeht, ist weiter nicht absehbar. Der Stadt fehlen allerdings jede Menge Betreuungsplätze. Deshalb setzt sie weiter auf eine in Frankenthal neue Kooperation: ein kombinierter Neubau, der eine Kita und einen Einkaufsmarkt beherbergt.

Andernorts ist diese Form der Zusammenarbeit zwischen privaten Investoren und Kommunen längst erprobte Praxis. Taufrisch ist die Idee für die Politik in Frankenthal aber auch nicht. Vor dreieinhalb Jahren hat sie sich erstmals mit einem gemeinsamen Vorhaben von Aldi und Stadt in der Daniel-Bechtel-Straße beschäftigt: Die Discounter-Kette will ihren dortigen Markt durch einen Neubau ersetzen und würde das geplante Gebäude entsprechend größer konzipieren. Die Verwaltung wiederum möchte Räume und Außengelände für den Betrieb einer fünfgruppigen Kita mieten. Der Charme des Ganzen: Die Planung muss nicht beim chronisch überlasteten städtischen Fachbereich Gebäude und Grundstücke laufen.

„Wir brauchen Plätze“

Mit deutlicher Verzögerung, die nach Darstellung des Beigeordneten Bernd Leidig (SPD) vor allem Problemen bei einem Grundstückstausch geschuldet ist, soll das Projekt nun wieder einen Schritt nach vorne machen. Wenn nach dem Planungs- und Umwelt- sowie dem Jugendhilfeausschuss diese Woche nach Ostern noch Haupt- und Finanzausschuss und Stadtrat zustimmen, wird von externen Fachleuten die Wirtschaftlichkeit des Mietmodells durchgerechnet. Fällt diese Kalkulation positiv aus, kann die Verwaltung mit Aldi konkret Vertragskonditionen aushandeln.

Für den Fall, dass die Berechnung zum Ergebnis käme, ein Neubau in Eigenregie wäre für die Stadt günstiger, gab es im Jugendhilfeausschuss am Mittwoch eine deutliche Tendenz, an dem Kombi-Projekt festzuhalten: „Wir brauchen die Plätze“, hielt Daniel Kühner (CDU) fest. Gegenüber der Frage der Wirtschaftlichkeit erscheine es ihm wichtiger, schnell den Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken. Tanja Mester (FWG) merkte an, dass beim ersten Projekt dieser Art mehr Öffentlichkeitsarbeit nötig sei, um Missverständnissen vorzubeugen. Der Standort sei ideal und „ohne Konfliktpotenzial“.

Leidig: Standort richtig

Jan Kardaus, Leiter des Bereichs Familie, Jugend und Soziales, betonte die Dringlichkeit, Plätze zu schaffen: „Wir müssen unsere Warteliste in den Griff bekommen“, sagte er mit Blick auf den ab drei Jahren bestehenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Auf der 290 Namen umfassenden Liste seien viele Kinder, „die dringend in eine Kita müssten“. Beigeordneter Leidig konterte Nachfragen, ob der Bedarf am Standort Daniel-Bechtel-Straße ausreichend groß sei. Er liege in der Nähe des größten Stadtteils Pilgerpfad. In direkter Nachbarschaft werde das Wohngebiet Am Speyerbach entwickelt. „Wir sehen die Örtlichkeit als die richtige an.“

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