Frankenthal
Kitas am Ostparkstadion: Stadt will schnellstmöglich bauen
Die unterschiedliche Beschaffenheit des Bodens verrät es: Der südliche Teil des Geländestreifens zwischen Nachtweideweg und der Straße Am Kanal sieht steinig aus; der im Norden ist stärker bewachsen. Der schlichte Grund: Nachdem die obligatorischen Untersuchungen im September vor zwei Jahren dort Belastungen mit Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen ergeben hatten, wurde in diesem Frühjahr der betroffene Bereich – etwa 3500 der insgesamt 10.000 Quadratmeter – etwa 1,30 Meter tief ausgebaggert und dann verfüllt.
Zwei Varianten geplant
Um tatsächlich mit den Bauarbeiten für die beiden Kitas mit jeweils sechs Gruppen für 125 Kinder beginnen zu können, fehlt der Stadt nach Darstellung Knöppels noch der Baubeschluss, der wiederum Voraussetzung ist, um zugesagte Fördermittel des Landes abrufen zu können. Die Finanzierung des Projekts, das maßgeblich für Entspannung bei der Kinderbetreuung in Frankenthal sorgen soll, sieht wie folgt aus: Von den bisher veranschlagten rund 13,7 Millionen Euro Gesamtkosten übernimmt Mainz etwa 1,8 Millionen.
Das Ausheben und das Abfahren des verunreinigten Bodens ist ein Grund dafür, dass das Vorhaben im Osten Frankenthals nicht günstiger geworden ist. Der andere ist die allgemeine Entwicklung in der Branche: „Die Baukosten explodieren förmlich“, sagt Bernd Knöppel. Den Gremien möchte der Verwaltungsbereich Grundstücke und Gebäude dennoch zwei Varianten für die beiden auf dem vergleichsweise schmalen Geländestreifen neben dem Ostparkstadion geplanten Kitas vorschlagen: einmal in konventioneller Machart und dann noch in Holzbauweise. Letztere sei, räumen Knöppel und Projektbetreuer Sascha Brehme beim Besuch des Grundstücks ein, etwas teurer. Aufs Dach kommt eine Solaranlage, kombiniert mit Wärmepumpen.
Angeordnet werden die vom Grundriss her identischen, zweistöckigen Gebäude im Norden und im Süden des Grundstücks. Dazwischen ist das Außengelände mit Spielmöglichkeiten vorgesehen, das auch eine Fläche bekommen soll, wo sich Kinder aus beiden Einrichtungen begegnen könnten, erklärt Brehme. Parkplätze für Eltern, die ihren Nachwuchs in der Kita abliefern möchten, wird es sowohl im Nachtweideweg als auch an der Straße Am Kanal geben. Wichtig für Radler und Fußgänger: Der Weg entlang des Stadions bleibt erhalten.
Gruppenräume zum Stadion
Dem Schnitt des Grundstücks geschuldet, sind die Gebäuderiegel mit je etwa 70 Metern relativ lang. „Das war die größte Herausforderung bei diesem Projekt und keine einfache planerische Leistung“, sagte Brehme. Um insbesondere auch dem Ruhebedürfnis der Bewohner des Amselwegs Rechnung zu tragen, deren Gärten an das künftige Kita-Gelände angrenzen, sind die Gruppenräume alle Richtung Ostparkstadion ausgerichtet.
Knöppel und Brehme gehen davon aus, dass die Pläne bei der direkten Nachbarschaft weitgehend akzeptiert sind – zumindest habe es bei deren Offenlage keine grundsätzlichen Einwendungen mehr gegeben. In einem Fall habe man Bedenken einer Anwohnerin wegen möglicher Parkprobleme im Gespräch klären können. Bis tatsächlich die ersten kleinen Frankenthaler in die neuen Kitas einziehen, wird es noch etwas länger dauern: Bei einem Baubeginn Anfang kommenden Jahres rechnet der Bürgermeister mit einem Betriebsbeginn Mitte bis Ende 2023.