FRANKENTHAL
Kita Mehrgenerationenhaus: Elternbeirat kritisiert Personalsituation
Ein Beispiel, das ihr aus jüngerer Zeit in Erinnerung ist, war Halloween. An diesem Tag seien Kinder trotz großer Vorfreude auf ein gemeinsames Gruselfest in der Kita wieder nach Hause geschickt worden, weil Personal gefehlt habe, sagt Aydin. Das treffe dann entsprechend oft Familien, in denen nicht beide Elternteile arbeiteten. Diese Episode sei aber nur ein Punkt von vielen. Immer wieder sei sie als Elternvertreterin bei der Stadt als Trägerin der Einrichtung vorstellig geworden, auch der Stadtelternausschuss habe die Probleme bei Sitzungen mit den Verantwortlichen in der Verwaltung angesprochen – bislang, sagt Aydin, ohne Erfolg.
Mela Aydin sorgt sich vor allen Dingen um einen Punkt: Aus ihrer Sicht werden wichtige pädagogische Aspekte in der Arbeit der Kita vernachlässigt, weil den Mitarbeiterinnen zeitliche und personelle Ressourcen dafür fehlten. Als Beispiel nennt sie die Vorbereitung der älteren Kinder auf die Grundschule. Von dort komme regelmäßig die Rückmeldung, dass die Jungen und Mädchen aus der Kita wichtige Dinge noch nicht beherrschten. „Manche können noch nicht einmal vernünftig einen Stift halten und Ähnliches“, sagt die Elternsprecherin.
„Seit längerer Zeit angespannt“
„Die personelle Situation in der Einrichtung ist seit längerer Zeit angespannt“, räumt die Stadtverwaltung auf RHEINPFALZ-Anfrage ein. Das Familienbüro habe „unterschiedliche Maßnahmen“ ergriffen, diese hätten aber nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Die Ausgangslage beschreibt Stadt-Pressesprecherin Xenia Schandin als schwierig: Eine Leitungskraft falle langfristig aus, eine Mitarbeiterin kann während der Corona-Pandemie als Risikopatientin keinen Gruppendienst übernehmen und zusätzlich fehle Stammpersonal.
Die Stadt habe sich um Ersatz gekümmert, eine neue Ganztagskraft beginne am 1. Januar ihren Dienst im Mehrgenerationenhaus. Zwischenzeitlich seien zum Überbrücken noch Vertretungen aus anderen Kitas eingesetzt worden. Weil sich zuletzt das Infektionsgeschehen in Frankenthal wieder zugespitzt habe, sei das nicht mehr möglich: um zu verhindern, dass das Coronavirus im Extremfall von Einrichtung zu Einrichtung verbreitet werde. Hier hätten, erklärt Schandin, in den zurückliegenden Monaten mal strengere und dann wieder weniger strikte Regeln gegolten.
Zusatz-Programm „kaum zu leisten“
Schließlich seien weitere Umstände hinzugekommen: Eine der Springerkräfte sei erkrankt und dann in (genehmigtem) Urlaub gewesen. Ihre zweite Kollegin habe das Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt. Zusätzlich habe es in der Familie einer aktuellen Leitungskraft der Kita einen plötzlichen Todesfall gegeben, schildert die Sprecherin die Umstände. Sie bittet um Verständnis: Es sei „ständig nachgebessert und reagiert“ worden; dann sei wieder „etwas Unvorhersehbares“ passiert. Insofern sei keine Ruhe reingekommen. „Wir sind ständig am Nachbessern und versuchen, die Betreuung der Kinder zu ermöglichen“, betont Schandin. Sie hält aber fest: Unter den beschriebenen Bedingungen sei ein weiteres Programm, „wie wir und die Eltern es uns wünschen würden“, für die Erzieherinnen kaum zu leisten.