Frankenthal
Kita Haydnstraße: Stadt will bauliche Probleme schnell lösen
Während der Sommerferien soll der Umbau der Raumlufttechnik in dem als Passivhaus konzipierten Gebäude über die Bühne gehen, kündigte Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) im Stadtrat diese Woche an. Bei der ebenfalls für die Einrichtung in der Haydnstraße benötigten leistungsstärkeren Befeuchtungsanlage gebe es aktuell Lieferzeiten von zwei bis drei Monaten, erklärte Knöppel. Die Hoffnung sei, das Gerät im Mai dieses Jahres eingebaut und in Betrieb zu haben. Geprüft werde, inwiefern die Probleme in der 2016 eröffneten Kindertagesstätte auf einen Planungsfehler des Architekturbüros zurückgehen. Daran hängt die Frage möglicher Schadenersatzforderungen.
Information versäumt
Obwohl das Phänomen, dass vor allem im Winter die Räume im Erdgeschoss bislang zu kalt und zu trocken waren, offenbar seit dem Start des Betriebs er- und bekannt gewesen sein dürfte, habe man es versäumt, die kommunalpolitischen Gremien darüber zu informieren, räumte Knöppel ein. Ab 2018 habe es Versuche gegeben, den Schwierigkeiten mit einem Dampfluftbefeuchter zu begegnen. Weil der mehr oder weniger im Dauereinsatz lief, sei er einem hohen Verschleiß ausgesetzt gewesen.
Die Folge: Raumklima und Temperatur hätten sich „im Unbehaglichkeitsbereich“ bewegt. Dem sei man mit dem Aufstellen mobiler Radiatoren begegnet. Gleichzeitig sei es im Obergeschoss der auf die Betreuung von sechs Gruppen ausgelegten Kita oft zu warm gewesen. Als die Versuche der Stadt, die Probleme in den Griff zu bekommen, keinen anhaltenden Erfolg zeigten, habe die Verwaltung im vergangenen Jahr einen Gutachter engagiert, berichtete Knöppel.
Befeuchter ausgefallen
Der Fachmann habe unter anderem die Funktionsweise der raumlufttechnischen Anlage geprüft, aber zunächst keine Auffälligkeiten beispielsweise bei der Zuluftmenge feststellen können, informierte der Bürgermeister. Mitte Februar sei dann zusätzlich noch der Dampfluftbefeuchter ausgefallen. Bei den daraufhin gemieteten und aufgestellten mobilen Geräten seien vier defekt gewesen, musste Ersatz nachgeordert werden, schilderte Knöppel die Probleme. Schließlich habe ein Fachbüro eine neue Heizlastberechnung für das 2,8 Millionen Euro teure Gebäude gemacht – Grundlage für die anstehenden technischen Veränderungen. Warum diese erst jetzt, sieben Jahre nach der Inbetriebnahme, in Angriff genommen werden, dazu äußerte sich der Bürgermeister am Mittwoch nicht.
Vom Raumkonzept, ihrer Größe und der baulichen Gestaltung her ähnelt die 2020 eröffnete Eppsteiner Kita Weidstraße ihrem architektonischen Vorbild in der Haydnstraße, ist aber als Niedrigenergie- und nicht als Passivhaus konzipiert. David Schwarzendahl (Linke) riet im Stadtrat angesichts der nun bekannten Probleme, auf diesen Gebäudetyp künftig zu verzichten.