Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Kita-Eltern: Schlechte Onlinebewertung für Stadt als Arbeitgeber

Unkompliziert online bewerben: Nach Einschätzung des Stadtelternausschusses ist das Bewerbungsverfahren bei der Stadt für junge
Unkompliziert online bewerben: Nach Einschätzung des Stadtelternausschusses ist das Bewerbungsverfahren bei der Stadt für junge Leute derzeit zu aufwendig.

Schlechtes Betriebsklima, mangelnde Wertschätzung: Als Arbeitgeber bekommt die Stadtverwaltung auf dem Portal Kununu kein gutes Zeugnis. Der Stadtelternausschuss (Stea) findet: Angesichts der Personal-Not in Kitas muss hier dringend gegengesteuert werden.

„Onlinebewertungen sind gerade für junge Leute heute ein Aspekt bei der Entscheidung für einen Arbeitsplatz“, sagen Anna Starzetz und Tobias Kraus. Die beiden Stea-Vorsitzenden engagieren sich für eine bessere Personalausstattung der Frankenthaler Kitas und sind dazu im Austausch mit der Verwaltung. Selbst wenn auf dem Portal Kununu nicht transparent sei, welche Abteilung mit der Kritik gemeint ist und 18 abgegebene Bewertungen in vier Jahren nicht viel seien: „Der erste Eindruck bleibt hängen“, sagen sie.

Angesichts der Bewerberlage dürfe sich die Stadt nicht erlauben, dass Erzieherinnen deshalb erst gar nicht auf Stellenangebote reagieren. So könne man beispielsweise als Arbeitgeber negative Bewertungen kommentieren und den Verfassern ein konstruktives Gespräch anbieten. Zufriedene Mitarbeiter könnten auf die Möglichkeit hingewiesen werden, die Stadtverwaltung auf dem Portal zu bewerten.

„Mut, Dinge auszuprobieren“

Grundsätzlich vermissen die Stea-Sprecher bei der Stadt und beim Bildungsministerium des Landes, an das sie im Sommer wegen der Not in Kitas einen Brandbrief geschrieben haben, konkrete Ideen, wie Personal gewonnen werden soll – Stichwort Bewerbermanagement. Freie Stellen nur auf dem Karriereportal des öffentlichen Dienstes, Interamt, und auf der eigenen Webseite zu veröffentlichen, „das ist heute zu wenig“, sagt Kraus, der selbst jahrelange Erfahrung im Personalbereich im öffentlichen Dienst mitbringt. Junge Leute wollten unkomplizierte Bewerbungsverfahren, bei denen sie ihre Unterlagen mit wenigen Klicks hochladen können. Die Stea-Vorsitzenden wünschen sich hier in der Stadt mehr Mut, Dinge auszuprobieren.

Geduld am Ende

„Die Geduld der Eltern ist am Ende“, sagen Starzetz und Kraus. Dass die Betreuung eingeschränkt wird, weil Erzieher fehlen, sei derzeit nicht die Ausnahme, „es ist der Normalzustand“. Erstes Ziel sei deshalb eine Personalausstattung, die geregelte Öffnungszeiten ermögliche. Dazu müsse man auch alle Möglichkeiten nutzen, Vertretungskräfte langfristig zu halten und ihnen über Weiterbildung Aufstiegschancen ermöglichen. Der Springerpool für Vertretungen müsse größer werden, Hilfskräfte sollten die Teams entlasten. „Ungelernte Kräfte könnten Aufgaben übernehmen“, sagt Starzetz. Über eine Kooperation mit Hochschulen könnte Nachwuchs frühzeitig gebunden werden. Und das bestehende Personal müsse neben Entlastung auch Lob und Dank von Vorgesetzten im Rathaus für seine Arbeit erfahren.

Dem Vorwurf, die Jobangebote würden zu wenig breit gestreut, widerspricht die Verwaltung. Freie Stellen würden neben den genannten Webseiten auch über die Agentur für Arbeit, weitere Onlineportale und Social-Media-Kanäle verbreitet. Um das Personalmarketing zu verbessern, soll eine neue Stelle geschaffen werden, mit der eventuell auch besser auf negative Bewertungen im Internet reagiert werden könne. „Diese Bewertungen sind uns bekannt, wir beobachten sie, haben aber derzeit keine Kapazitäten, zu reagieren“, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Der Fachkräftemangel im Kita-Bereich sei ein bundesweites Problem. Die Fachabteilungen im Rathaus seien dazu im regelmäßigen Austausch.

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