Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Kinderbetreuung: Was Eltern und Fachkräfte sich wünschen

Diskussionsrunde zum Thema Kinderbetreuung mit (von links) FWG-OB-Kandidat Nicolas Meyer, Erzieherin Daniela Wargand, Tagesmutte
Diskussionsrunde zum Thema Kinderbetreuung mit (von links) FWG-OB-Kandidat Nicolas Meyer, Erzieherin Daniela Wargand, Tagesmutter Jennifer Wilhelm-Kassel, Moderator Torsten Kirchmann, Anna Starzetz und Julia Merdian (Stadtelternausschuss) und Jürgen Maring (FDP).

Für viele Eltern und Erzieher in Frankenthal ist das Thema Kinderbetreuung mit Frust und hoher Belastung verbunden. In einer Diskussionsrunde am Dienstag im Theater Alte Werkstatt kamen vier Frauen – Mütter und pädagogische Fachkräfte – zu Wort.

Eines wird auch an diesem Abend deutlich, zu dem die FDP gemeinsam mit dem Oberbürgermeisterkandidaten der Freien Wähler, Nicolas Mayer, eingeladen hat: Die Probleme sind vielfältig, sie zu lösen ist eine Mammutaufgabe. Wie dick die Bretter sind, die Eltern zu bohren haben, um bei Politik und Verwaltung Gehör zu finden, wissen Anna Starzetz und Julia Merdian. Die beiden Frankenthalerinnen engagieren sich im Stadtelternausschuss (Stea). Regelmäßig stehen sie inzwischen mit den zuständigen Stellen im Rathaus im Austausch, mit einem Projekt zur Stärkung ausländischer Fachkräfte war der Stea zuletzt zu Gast im Bildungsministerium in Mainz. Sie wünschen sich – nicht zuletzt mit Blick auf die überschaubare Zahl von zwölf Zuhörern bei der Podiumsdiskussion – mehr Interesse auf Elternseite. „Dauerhaft, nicht nur, wenn es einen gerade selbst betrifft“, betont Merdian, Mutter von drei Kindern.

Als Erzieherin und junge Mutter weiß Daniela Wargand, wie schwierig der Wiedereinstieg sein kann. Die Frankenthalerin hat nach längerer Suche eine Stelle in einer Kita in Worms gefunden, mit der sie Beruf und Familie unter einen Hut bekommen kann. Angesichts des Fachkräftemangels braucht es aus ihrer Sicht mehr unterschiedliche Teilzeitmodelle. Gemessen an der Lebensarbeitszeit seien Mütter für eine kurze Phase auf Unterstützung des Arbeitgebers angewiesen. „Aber künftig werden wir ja auch wieder mehr arbeiten können“, betont die Erzieherin.

Mehr Flexibilität

Ein höheres Maß an Flexibilität fordert auch Jennifer Wilhelm-Kassel. Die erfahrene Tagesmutter betreut derzeit sieben Kinder im Alter von elf Monaten bis zu vier Jahren. „Ich hätte mir schon vor zehn Jahren gewünscht, mehr in Kitas eingebunden zu werden“, sagt die Frankenthalerin. Sie wisse allein von 13 Kolleginnen und Kollegen, die gerne als Springerkräfte in Teilzeit in einer Einrichtung arbeiten würden, um dort Notbetreuung zu vermeiden.

Für mehr Mut in der Verwaltung plädiert der FDP-Kreisvorsitzende Jürgen Maring als Gastgeber des von dem Mainzer Kommunikationsberater Torsten Kirchmann moderierten Abends. Er regt einen engeren Austausch zwischen Eltern, Fachkräften und Politik „über Parteigrenzen hinweg“ an. Mehr in der Rolle des Zuhörers als des Sprechers sieht sich FWG-OB-Kandidat Meyer in der Runde. In Ausbildung investieren, offensiv über Erfolge und Verbesserungen berichten und sich eng mit Nachbarkommunen austauschen, nennt er als Hebel, die er als Amtsinhaber zur Verbesserung der Betreuungssituation in Bewegung setzen wolle.

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